Jerusalem – An dem für Muslime und Juden heiligen Tempelberg in Jerusalem ist es am Sonntag zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Polizei und palästinensischen Demonstranten gekommen. Bereitschaftspolizisten stürmten unter Einsatz von Blendgranaten das Gelände, nachdem sie von Hunderten Palästinensern mit Steinen beworfen wurden.
Es waren die heftigsten Ausschreitungen in der jüngsten Zeit. Konflikte am Tempelberg sind in der Vergangenheit auch schon öfter blutig eskaliert. Polizeisprecher Schmuel Ben-Ruby erklärte, die den Muslimen heilige Al-Aksa-Moschee hätten die Polizisten nicht betreten. In der Moschee hatten etliche Demonstranten Zuflucht gesucht, als die Bereitschaftspolizei vorrückte. Die Palästinenser öffneten dann gelegentlich die Türen und warfen Gegenstände, darunter auch einen Feuerlöscher, auf die Polizisten.
Bei den Auseinandersetzungen wurden mindestens drei Polizisten verletzt und 15 Demonstranten festgenommen. Nach palästinensischen Berichten wurde auch einige Demonstranten verletzt und weggetragen.
Hintergrund des Protests der Palästinenser sind immer wieder auftauchende Gerüchte, jüdische Extremisten wollten den heiligen Ort angreifen. Muslimische Geistliche hatten deshalb dazu aufgerufen, die „jüdische Eroberung“ zurückzuschlagen. Die israelische Polizei erklärte, für die Unruhen sei nur eine kleine Gruppe extremistischer Palästinenser verantwortlich. (AP)
Israel lässt 19 Palästinenserinnen für Schalit-Video frei
(02.10.2009)
Israel und Hamas treffen Vereinbarung im Fall Schalit
(30.09.2009)
Obama schaltet sich persönlich in Nahost-Gespräche ein
(20.09.2009)