Aktuelle Nachrichten Europa – Italien beantragt NATO-Untersuchung nach Havarie von Flüchtlingsboot – DAPD
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Menschenschmuggel Italien beantragt NATO-Untersuchung nach Havarie von Flüchtlingsboot

DAPD

05.08.2011

Rom – Die NATO soll laut einer Forderung Italiens offizielle Ermittlungen zu Berichten einleiten, wonach ein Kriegsschiff des Bündnisses einem in Seenot geratenen Flüchtlingsboot vor der Küste Libyens nicht geholfen haben soll. Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte am Freitag, Flüchtlinge in kaum seetüchtigen Booten sollten unter die UN-Resolution zum Schutz von Zivilpersonen in Libyen fallen, die Grundlage des NATO-Einsatzes ist.

Er habe den italienischen NATO-Botschafter angewiesen, das Bündnis aufzufordern, künftig entsprechend zu handeln. Die italienische Küstenwache rettete am Donnerstag Hunderte Flüchtlinge von dem fahruntüchtigen Schiff im Mittelmeer. Berichten von überlebenden Passagieren zufolge verhungerten oder verdursteten bis zu 100 weitere Flüchtlinge. Das Boot trieb wegen eines Motorschadens sechs Tage auf See. Den Berichten zufolge sandte das Boot einen SOS-Ruf an ein in der Nähe fahrendes NATO-Kriegsschiff, erhielt aber weder Hilfe noch eine Antwort. Das Einsatzkommando in Neapel erklärte, die Berichte würden geprüft.

Die Polizei auf Sizilien nahm unterdessen sechs mutmaßliche Menschenschmuggler aus Somalia, Marokko und Syrien fest. Sie sollen ein völlig überfülltes Flüchtlingsboot betrieben haben, das am Montag von der Küstenwache vor der italienischen Insel Lampedusa angehalten wurde. Auf dem 15 Meter langen Boot wurden die Leichen von 25 afrikanischen Flüchtlingen entdeckt. An Bord befanden sich fast 300 Menschen.

(dapd)

 

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