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Viel Lob Italiener baut Berliner Stadtschloss wieder auf

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28.11.2008

Das Sieger-Modell für den Neubau des Berliner Stadtschlosses in Berlin. Der Entwurf stammt vom italienischen Architekten Francesco Stella. (AP Photo/Herbert Knosowski)
Das Sieger-Modell für den Neubau des Berliner Stadtschlosses in Berlin. Der Entwurf stammt vom italienischen Architekten Francesco Stella. (AP Photo/Herbert Knosowski)

Berlin – Ein Italiener baut das Stadtschloss in Berlin wieder auf. Sieger des Architektenwettbewerbs ist Francesco Stella aus Vicenza, wie die Jury am Freitag nach zweitägigen Beratungen bekannt gab. Der offiziell Humboldt-Forum genannte Neubau mit der Barock-Fassade des 1950 gesprengten Preußen-Schlosses soll als Museum, Bibliothek und als Bühne für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Stella gewann vor 30 Mitbewerbern und bekommt eine Prämie von 100.000 Euro. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee sprach von einem überzeugenden und zeitgemäßen Entwurf und sagte, das Urteil der Jury sei nach teils kontroversen Beratungen einstimmig gefallen.

2010 soll der Wiederaufbau beginnen. Laut Tiefensee wird der Bau mit rund 40.000 Quadratmeter Nutzfläche bis 2013 stehen. Ende 2014 sollen die fertigen Räume begehbar sein. Die Kosten betragen über 500 Millionen Euro.

Der Siegerentwurf ähnelt stark dem Original des ursprünglichen Stadtschlosses. Die der Spree zugewandte vierte Seite, deren Gestaltung frei war, wird in Form eines Belvederes gebaut, das sich angenehm zurücknehme und von dem aus „die Bürger den Bau erleben können“, wie Tiefensee sagte.

Jurypräsident Vittorio Lampugnani räumte ein, dass er sich offenere Vorgaben des Bundestags gewünscht hätte. Das Ergebnis sei aber „sehr schön, sehr stark, sehr mutig“. Die Jury habe sich gestritten, das aber produktiv. Es sei eine lehrreiche Diskussion gewesen, und ihr Ergebnis sei gewiss kein Kompromiss, betonte Lampugnani.

„Einzigartiger kultureller Höhepunkt“

Kulturstaatsminister Bernd Neumann nannte die Entscheidung „eine gelungene Umsetzung des Bundestagsbeschlusses“. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, begrüßte die Jury-Entscheidung. „Berlin hat nun ein großes Interesse daran, dass die Planungen und Vorbereitungen für den Bau des Humboldt-Forums zügig vorangehen“, erklärte er. Der Berliner FDP-Vorsitzende Markus Löhnung sagte: „Aus einer tristen Brache wird ein einzigartiger kultureller Höhepunkt im Herzen Berlins werden.“

Das Berliner Hohenzollernschloss geht auf Bauwerke aus dem 15. Jahrhundert zurück. Zur großen Residenz wurde es unter dem Architekten Andreas Schlüter ausgebaut.

Größter Nutzer der rund 40.000 Quadratmeter im Neubau wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sein. Sie will auf 24.000 Quadratmetern die außereuropäischen Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für asiatische Kunst zeigen. Die Zentral- und Landesbibliothek stellt dazu die passenden Bücher und andere Medien zur Verfügung. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagte: „Ich bin sehr glücklich. Und die Einstimmigkeit des Ergebnisses spricht für sich.“

„Agora“ geplant

Auf 1.000 Quadratmetern wird die Humboldt-Universität ihre wissenschaftsgeschichtlichen Sammlungen zeigen. Der Präsident der HU, Christoph Markschies, freue sich sehr, „dass die ursprüngliche Einheit von Bibliothek, Museum und Universität in dem italienischen Barockbau Schlüters gemeinsam mit einem italienischen Architekten revitalisiert wird“. Der 9.500 Quadratmeter große Eingangs- und Veranstaltungsbereich soll „Agora“ heißen.

Einen zweiten Sieger gibt es nicht, dafür vier mit je 30.000 Euro dotierte dritte Plätze. Sie gehen an die beiden Berliner Häuser Kleihues und Kleihues sowie Kolhoff, an Christoph Mäckler aus Frankfurt am Main sowie an die Architekten Eccheli und Campagnola aus Verona.

Außerdem kaufte die Jury zwei weitere Entwürfe an und versah einen nicht den Vorgaben entsprechenden Entwurf mit einem Sonderpreis, der mit 60.000 Euro dotiert wurde.

http://www.bmvbs.de (AP)

 

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