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Protest gegen Militärrat Jahrestag des Volksaufstands in Ägypten

Maggie Michael und Sarah el Deeb

25.01.2012

Beim Jahrestag des Volksaufstands in Ägypten protestierten zehntausende Menschen gegen den Militärrat. Foto: Narima El Mofty/AP Photo
Beim Jahrestag des Volksaufstands in Ägypten protestierten zehntausende Menschen gegen den Militärrat.

Foto: Narima El Mofty/AP Photo

Kairo – Zehntausende Menschen haben sich am Mittwoch auf dem Tahrir-Platz in Kairo versammelt, auf dem der Volksaufstand gegen Präsident Husni Mubarak vor genau einem Jahr begonnen hatte. Allerdings kamen dort Anhänger der Muslimbruderschaft und eher linksgerichtete liberale Demonstranten getrennt voneinander zusammen - ein Abbild der politischen Gräben, die sich seither in Ägypten auftun.

"Nieder mit der Militärherrschaft", forderten die säkularen Demonstranten. "Tantawi, komm und töte weitere Revolutionäre, wir wollen deine Hinrichtung", riefen sie mit Blick auf Feldmarschall Hussein Tantawi. Dessen Militärrat hatte die Macht übernommen, als Mubarak 18 Tage nach Beginn des Aufstands am 11. Februar 2011 stürzte. Seither wurden mindestens 12.000 Zivilpersonen vor Militärgerichte gestellt; allein seit Oktober wurden mehr als 80 Demonstranten von Soldaten getötet.

Die linksgerichteten Gruppen werfen Mubaraks langjährigem Verteidigungsminister Tantawi vor, das alte Regime weitgehend unangetastet gelassen zu haben. Die islamistische Muslimbruderschaft habe dies stillschweigend akzeptiert und sich auf den Gewinn der Parlamentswahl konzentriert, statt auf die Umsetzung der Ziele des Volksaufstands wie soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Freiheit u dringen. "Wir sind nicht hier, um zu feiern. Wir sind hier, um die Militärherrschaft zu stürzen", sagte der 27-jährige Iman Fahmi. "Sie haben die Revolution verraten und keines ihrer Ziele erfüllt."

Einer der Demonstrationszüge zum Tahrir-Platz wurde von Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei angeführt. Anders als viele Demonstranten hält der Reformpolitiker eine sofortige Rückkehr des Militärs in die Kasernen nicht für vordringlich. Das sei im Moment nicht das Thema, sagte er der AP. Nun gehe es um eine Einigung, wie die Ziele des Aufstands umzusetzen seien: eine wahrhaft demokratische Verfassung, die Stabilisierung der Wirtschaft, Sicherheit, die Unabhängigkeit von Justiz und Medien und eine strafrechtliche Verfolgung jener, die für die Tötung von Menschen verantwortlich seien.

USA loben Fortschritte

Zum Jahrestag gratulierte die US-Regierung Ägypten zu Fortschritten beim Übergang zur Demokratie. Das Land habe "einige historische Meilensteine" erreicht, erklärte das Weiße Haus. Es bleibe aber noch viel zu tun.

 

(dapd)

 

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