Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
13.04.2011
Hamburg/Tokio – Deutsche Kunden japanischer Autokonzerne müssen sich auf deutlich längere Lieferzeiten für Neuwagen einstellen. Toyota kündigte am Mittwoch eine Produktionspause in Europa an und stimmte Neuwagenkäufer auf lange Wartezeiten ein. Auch die Konkurrenten Nissan und Honda lassen wegen fehlender Teile aus ihrer Heimat die europäischen Werke langsamer laufen. Auch bei diesen Marken müssen die Kunden bald länger auf ihre Autos warten.
Toyota stellt im April und Mai wegen Problemen mit den Zulieferern nach dem Erdbeben die Produktion in Europa an mehreren Tagen ein. Der Konzern teilte mit, betroffen seien fünf europäische Werke in England, Polen, Frankreich und der Türkei an acht Tagen. Toyota hatte bereits eintägige Produktionsstopps für Ende April in seinen Fabriken in Nordamerika angekündigt.
Das Erdbeben und der nachfolgende Tsunami hatten Anfang März die Fertigungsanlagen von Automobilzulieferern im Nordosten von Japan zerstört. Daraufhin kam es zu Lieferschwierigkeiten für Toyota und andere Autobauer. Toyota musste zwischen dem 14. März und dem 8. April auf die Produktion von 260.000 Autos in Japan verzichten.
In Japan soll die Arbeit in allen Toyota-Werken Ende April wieder aufgenommen werden, allerdings nur bei halber Kapazität. Der Konzern teilte mit, noch sei nicht bekannt, wann die Produktion wieder vollständig beginnen könne. Auch in Europa wird im Mai nicht die geplante Stückzahl erreicht.
Schon jetzt müssten deutsche Käufer drei bis vier Monate Lieferzeit einkalkulieren, wenn sie einen Neuwagen nach ihren Wünschen in Auftrag geben, sagte eine Toyota-Sprecherin in Brühl. "Das wird sich noch verlängern", sagte sie und sprach von mindestens vier Wochen zusätzlicher Wartefrist.
Konkurrent Nissan stoppt die Produktion im britische Werk Sunderland für drei Tage Ende April. In Japan wurden bisher 55.000 Autos weniger als geplant gebaut, kommende Woche sollen dort alle Werke wieder anlaufen. Nissan geht davon aus, dass es für die deutschen Kunden ab Ende Mai Einschränkungen geben kann, machte aber keine genaueren Angaben zum Umfang.
Honda hat in Japan wieder alle Werke in Betrieb, aber die Produktion im britischen Swindon auf halbe Kraft zurückgedreht. Der Bestand im Zentrallager in Frankfurt werde voraussichtlich noch vier bis fünf Wochen reichen, sagte ein Sprecher. Danach könnte es zu längeren Lieferzeiten kommen.
Bei den deutschen Autoherstellern Volkswagen und Daimler läuft die Fertigung dagegen normal, wie Sprecher sagten. (dapd)
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