Aktuelle Nachrichten – Kultur
26.12.2007
Toronto – Der legendäre kanadische Jazz-Pianist Oscar Peterson ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er erlag am Sonntagabend in seinem Haus bei Toronto einem Nierenversagen, wie ein Freund der Familie, Oliver Jones, mitteilte. Petersons Karriere reichte über sieben Jahrzehnte. Er spielte zusammen mit anderen Jazz-Größen wie Ella Fitzgerald, Count Basie oder Dizzy Gillespie und beeinflusste und inspirierte bis in die jüngere Zeit zahlreiche Musiker.
Bereits im Alter von fünf Jahren begann Peterson mit dem Klavierspiel. Seine Karriere als Pianist begann, nachdem er als 14-Jähriger einen Klavierwettbewerb für Amateure gewonnen hatte. Der internationale Durchbruch kam, als ihn der amerikanische Jazz-Impressario Norman Granz, der Peterson in einem Club in Montreal gehört hatte, 1949 zu einem Konzert in die New Yorker Carnegie Hall einlud. Dort überzeugte der Pianist alle sofort mit seiner Spieltechnik und seiner Sicherheit in den verschiedenen Jazz-Stilen. Bekannt wurde in den 50er Jahren auch sein Trio mit dem Bassisten Ray Brown und dem Gitarristen Herb Ellis.
Im Laufe seiner Karriere bekam Peterson so gut wie alle Auszeichnungen, die es für Musiker nur gibt. Darunter waren auch sieben Grammys und 1997 ein Grammy für sein Lebenswerk. Sein Status unter den Jazz-Musikern zeigte sich auch in den Kommentaren seiner Kollegen. Duke Ellington nannte ihn den „Maharadscha des Keyboards“, Count Basie meinte, „Oscar Peterson spielt das beste Klavier, das ich je gehört habe“.
Und Herbie Hancock, der sich selbst schon als legendärer Jazz-Pianist betrachten darf, bescheinigte Petersons einen grundlegenden Einfluss. Er habe den Swing für die modernen Jazz-Pianisten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und auch bis heute neu definiert. „Für mich ist er derjenige, der meine Wurzeln im Jazz-Piano-Spiel geprägt hat“, erklärte Hancock.
Petersons Einfluss dauerte bis in die jüngere Zeit an. Seine kanadische Kollegin Diana Krall erklärte: „Er ist der Grund, warum ich Jazz-Pianistin wurde.“ Schon in ihr Schultagebuch habe sie geschrieben, dass sie so ein Jazz-Pianist werden möchte wie Oscar Peterson, sagte sie der „Los Angeles Times“.
In den letzten Monaten sei es Peterson gesundheitlich immer schlechter gegangen, berichtete Hazel McCallion, die Bürgermeisterin von Petersons Heimatort Mississauga. Seine Frau und seine Tochter seien in den letzten Stunden bei ihm gewesen, sagte McCallion. „Die Welt hat ihren größten Jazz-Musiker verloren.“ (AP)