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30.05.2005
Dresden - Wegen dramatisch sinkender Schülerzahlen steht in Sachsen fast jede sechste Mittelschule vor dem Aus.
Neben einigen Grundschulen und einem Gymnasium müssten in den nächsten drei Jahren 74 der derzeit noch rund 450 Mittelschulen geschlossen werden, teilte das Kultusministerium in Dresden am Montag mit. Außerdem bekämen 110 Schulen für eine oder mehrere Klassenstufen keine Lehrer mehr. Kultusminister Steffen Flath (CDU) sprach von einem in Einzelfällen schmerzlichen aber nötigen Schritt.
Die Zahl der Schüler in Sachsen lag nach Ministeriumsangaben vor acht Jahren noch bei 755.000 und wird bis zum Schuljahr 2011/2012 auf rund 360.000 absinken. Prognosen zufolge soll sie bis 2020 auf 400.000 wieder leicht steigen und dann in etwa konstant bleiben. Sachsen sei eines der Länder, die bundesweit mit am stärksten von sinkenden Schülerzahlen betroffen seien, sagte ein Ministeriumssprecher. Grund sei die geringe Geburtenrate und die Abwanderung junger Leute in den Westen. Der Sprecher fügte hinzu, das Problem werde etwas später auch in den alten Bundesländern durchschlagen.
Ursprünglich sollten in Sachsen sogar 100 Schulen geschlossen werden. Gegen die Schulschließungen hatte es in den letzten Wochen wiederholt Proteste von Lehrern, Eltern und Schülern gegeben. Die Landesregierung ließ nun in wenigen Fällen weitere Ausnahmen insbesondere in dünn besiedelten Regionen zu. Die Mittelschulen in Sachsen sind ein Zusammenschluss von Haupt- und Realschule. (Reuters)