Menschen & Meinungen – Jimmy Carter legt sich mit Polizisten im Sudan an – Alfred de Montesquiou
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Jimmy Carter legt sich mit Polizisten im Sudan an

Alfred de Montesquiou

03.10.2007

(AP Photo/ Alfred de Montesquiou)
(AP Photo/ Alfred de Montesquiou)

Kabkabija/Sudan – Auf einer Erkundungsreise in der Bürgerkriegsregion Darfur hat sich der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter auf eine hitzige Kontroverse mit der sudanesischen Polizei eingelassen. Der 83-Jährige lieferte sich am Mittwoch ein lautstarkes Rededuell mit dem Sicherheitschef der Stadt Kabkabija, der ihn an einem Treffen mit Flüchtlingsvertretern hindern wollte.

Die Beamten begründeten ihr Vorgehen damit, dass das Treffen nicht auf dem Programm Carters aufgeführt sei. Der Expräsident fuhr die Polizisten an, dass sie nicht das Recht hätten, ihm den Weg zu versperren. Die Carter begleitenden Sicherheitskräfte vom Secret Service der USA und Soldaten der Afrikanischen Union (AU) bemühten sich um Vermittlung. Als Kompromiss wurde ein Treffen an einem anderen Ort vereinbart. Carter kündigte an, dass er den Vorfall beim sudanesischen Präsidenten Omar al Baschir zur Sprache bringen werde.

Carter traf am Dienstag als Mitglied einer Delegation von „Elder Statesmen“ (kurz „The Elders“ genannt) in Darfur ein. Der Gruppe von international erfahrenen, aber nicht mehr amtierenden Politikern gehört auch der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu an. Der Geistliche besuchte am Mittwoch das Flüchtlingslager Otash im Süden der Region.

Die Gruppe will ihren Einfluss in einer für den Darfur-Konflikt kritischen Zeit geltend machen. So soll es demnächst Friedensverhandlungen in Libyen geben, an der allerdings nicht alle Rebellengruppen teilnehmen wollen. Außerdem soll eine 26.000 Mann starke Friedenstruppe der Vereinten Nationen die bisherige Schutztruppe der Afrikanischen Union (AU) ablösen.

Der jüngste Angriff auf eine Kaserne nigerianischer Soldaten in Darfur wurde vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Dienstag verurteilt. Die 15 Ratsmitglieder stimmten einer Entschließung zu, die den Überfall als „mörderischen Angriff“ bezeichnet. Bei dem Angriff von Rebellen wurden zehn Soldaten getötet und 14 verletzt. (AP)

 

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