Aktuelle Nachrichten – Psyche
28.12.2008
Frankfurt/Main – Johanniskraut-Extrakt wirkt nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten ähnlich gut gegen depressive Verstimmungen wie verschreibungspflichtige Antidepressiva. Die Einnahme sollte jedoch mit dem Arzt abgesprochen werden, da es die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinflussen könne, rät die Rostocker Internistin Karin Kraft.
Johanniskraut-Extrakt enthalte Wirkstoffe, die an verschiedene Rezeptoren im Gehirn andockten und so die Stimmungslage verbessern könnten. „In den letzten Jahren haben viele Studien gezeigt, dass depressive Menschen auf Johanniskraut vergleichbar wie auf moderne Antidepressiva ansprechen“, sagt die Medizinerin. Die Wirksamkeit bei milden bis mittelschweren Depressionen sei damit wissenschaftlich recht gut abgesichert, und die Verträglichkeit sei hervorragend.
Die Inhaltsstoffe des Pflanzenextraktes förderten aber auch die Bildung von Leberenzymen, die für den Abbau von Medikamenten verantwortlich seien. Es könne daher zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen: „Es gibt Berichte, dass Johanniskraut-Extrakt zum Beispiel die Wirksamkeit von Blutgerinnungshemmern, Blutfett-Senkern, immununterdrückenden Medikamenten, Antidepressiva oder Beruhigungsmitteln sowie der 'Pille' herabsetzen kann“, erklärt Kraft. Auch bestimmte Krebsmedikamente und Mittel gegen HIV könnten davon betroffen sein. (AP)
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