Aktuelle Nachrichten – Kultur
21.09.2011
Foto: Juergen Bauer/dapd Photo
Koblenz – Der Joseph-Breitbach-Preis geht in diesem Jahr an den Schriftsteller und früheren DDR-Dissidenten Hans Joachim Schädlich. Damit werde Schädlichs Gesamtwerk von seinem ersten Roman "Versuchte Nähe" im Jahr 1977 bis heute gewürdigt, teilte die Jury am Mittwoch in Koblenz mit. Der mit 50.000 Euro höchstdotierte Literaturpreis in Deutschland soll am Freitag (23. September) im Stadttheater Koblenz verliehen werden.
Die Jury schrieb in ihrer Begründung, Schädlich sei "der große Erzähler unter den Nichterzählern". Jeder seiner Prosatexte sei "ein Kosmos kunstvoll falsch gesetzter Töne, Stachel im trägen Fleisch sprachlicher Übereinkünfte und durchflackert von Ironien." Dabei entwerfe Schädlich Redemuster, "die Wahrheit kund tun".
Der Sprachwissenschaftler Schädlich arbeitete von 1959 bis 1976 an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften. Nach seinem Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns ging er 1977 in den Westen und lebt seit 1979 in Berlin.
Die Auszeichnung wird von dem aus Koblenz stammenden und 1980 in München verstorbenen Schriftsteller Joseph Breitbach gestiftet, der dies in seinem Testament festlegt hatte. Der nach ihm benannte Literaturpreis wird seit 1998 jährlich von der Breitbach-Stiftung vergeben. Die ersten Preisträger waren Brigitte Kronauer, Friedhelm Kemp und Hans Boesch. 2003 ging er an die spätere Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.
(dapd)
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