Berlin - Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich gegen eine Teilnahme der Bundeswehr an einer möglichen Nahost-Friedenstruppe ausgesprochen. Generalsekretär Stephan Kramer sagte am Mittwoch im RBB-Inforadio, angesichts der NS-Geschichte halte er es für problematisch, deutsche Soldaten in die Region zu entsenden.
Kramer verwies auf die in Israel lebenden Holocaust-Überlebenden. «Ich weiß nicht, wie die es finden würden, wenn nun deutsche Truppen gegen einen sein Land verteidigenden israelischen Soldaten vorgehen müssten.»
Kramer sagte, er teile die Ansicht von Verteidigungsminister Franz Josef Jung, dass man sich einer etwaigen Bitte der Konfliktparteien, sich an einer Friedensmission zu beteiligen, kaum entziehen könnte: «Aber das entbindet ja nicht davon, weiter zu denken. Man sollte sich diese Frage stellen - und ich hoffe, dass wir darauf keine Antwort geben müssen, weil die Bundeswehr überhaupt nicht in eine solche Lage kommt.»
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(AP)