Aktuelle Nachrichten – Deutschland
15.12.2011
Foto: SPÖ Landtagsklub/Pixelio
Berlin – Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben sich in Deutschland wieder leicht verbessert. Zwischen Oktober 2010 und September 2011 wurden rund 570.000 neue Ausbildungsverträge geschlossen und damit 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Ende September suchten aber auch noch rund 77.000 Menschen einen Ausbildungsplatz, 9,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig waren bei der Bundesagentur für Arbeit beinahe 30.000 freie Ausbildungsplätze gemeldet – das ist ein Plus von rund 50 Prozent. Unter dem Strich fehlen somit 47.000 Ausbildungsplätze.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) findet die Entwicklung "enttäuschend". Sie bleibe hinter den Erwartungen und Ankündigungen der Arbeitgeber zurück. "Die Wirtschaft hat ihre satten Gewinne aus dem Jahr 2011 kaum genutzt, um die jungen Menschen auszubilden, die bisher keine Chance hatten", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Die Zahl der Neuverträge liege weit unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2008.
Zu den knapp 30.000 offenen Stellen sagte Sehrbrock: "Viele Branchen, die lautstark über fehlende Auszubildende klagen, haben oft inakzeptable Ausbildungsbedingungen." Bewerber müssten mit niedriger Vergütung, vielen Überstunden und unregelmäßigen Arbeitszeiten rechnen. "Wenn junge Menschen als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden, bewerben sie sich in diesen Unternehmen nicht mehr."
Bundesbildungsministerin Annette Schavan zeigte hingegen Verständnis für die Unternehmen: "Wir nehmen die Nachwuchssorgen der Betriebe ebenso ernst wie unser Ziel, allen Jugendlichen die Chance auf eine betriebliche Ausbildung zu geben", sagte die CDU-Politikerin.
(dapd)
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