Aktuelle Nachrichten – Europa
17.06.2011
Berlin – Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker drängt die Bundesregierung bei der Griechenland-Rettung zur Eile. "Ich bin nicht der Meinung, dass wir zulassen sollten, dass die Entscheidungen bis in den September hinein verschoben werden", sagte der luxemburgische Regierungschef dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Freitagausgabe). Zuvor war aus deutschen Verhandlungskreisen verlautet, dass sich die Bundesregierung angesichts der offenen Fragen bei der Beteiligung privater Gläubiger mit der endgültigen Zustimmung zu einem neuen Hilfspaket für Griechenland bis September Zeit lassen wolle.
Um die Beteiligung privater Gläubiger an dem neuen Griechenland-Hilfspaket mit einem Volumen von bis zu 120 Milliarden Euro geht es auch bei dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy an diesem Freitag in Berlin. "Es wird eine Beteiligung privater Gläubiger geben", sagte Juncker. Allerdings dürfe es dabei nicht zu einem Kreditausfall und einer weiteren Absenkung der Bonität Griechenlands kommen. Zudem müsse die Beteiligung der Banken freiwillig erfolgen.
Mit Blick auf die bevorstehenden Beratungen in der Euro-Gruppe forderte Juncker, dafür zu sorgen, dass die Auszahlung der nächsten Zwölf-Milliarden-Euro-Tranche aus dem bereits beschlossenen Hilfspaket für Griechenland sichergestellt werde. "Das geht aber nur, wenn wir dem Internationalen Währungsfonds so deutlich wie möglich unsere Fahrtrichtung beschreiben können", sagte Juncker.
(dapd)
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