Aktuelle Nachrichten – Kultur
17.10.2009
Frankfurt/Main – Für seinen Jugendroman „Die Bücherdiebin“ (cbj-Verlag) sind am Freitag der australische Autor Markus Zusak und seine Übersetzerin Alexandra Ernst mit dem Publikumspreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet worden. Das Duo erhält die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung bereits zum zweiten Mal. In der Begründung der jugendlichen Juroren heißt es, Zusak halte „mühelos die Waage zwischen Leichtigkeit und bitterem Ernst, Angst, Hass und Humor mitten im Wahnsinn des Naziregimes“. Er trage den Leser durch das Leben der Protagonistin.
Der einzige Staatspreis für Literatur in Deutschland wird jährlich für herausragende Kinder- und Jugendbücher vergeben und ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung mit mehr als 1.000 Gästen aus dem In- und Ausland fand am Freitagabend statt, sie zählt zu den größten Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse.
Neben dem Publikumspreis wurden vier weitere Preise in Höhe von jeweils 8.000 Euro in den Kategorien Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch sowie ein mit 10.000 Euro dotierter Sonderpreis für das Gesamtwerk Illustration vergeben. Der Sonderpreis ging an die Hamburger Künstlerin Jutta Bauer: Ihre Cartoons seien „auf den Punkt gebracht, humorvoll und liebenswert, komisch aber nie auf Kosten anderer“, urteilte die Sonderpreisjury.
Den Preis für das beste Bilderbuch erhielten der Australier Shaun Tan, der Übersetzer Eike Schönfeld und Dirk Rehm für „Geschichten aus der Vorstadt des Universums“ (Carlsen). „Bilder und Worte gehen in diesem rundum sorgfältig gestalteten Buch eine perfekte Bindung ein“, begründete die Kritikerjury ihre Wahl. Für das beste Kinderbuch wurden Andreas Steinhöfel und der Illustrator Peter Schössow für „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ (Carlsen) ausgezeichnet. Steinhöfel setze mit dieser „Mischung aus Großstadtabenteuer, Sozialroman und Krimi neue kinderliterarische Maßstäbe“, erklärte die Jury.
Sieger der Sparte Jugendbuch wurden der Brite Kevin Brooks und sein Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn mit „The Road of the Dead“ (dtv). In der Begründung der Jury heißt es, in der „alptraumartigen Kulisse einer korrupten und gewaltbereiten Dorfgemeinschaft“ werfe Brooks die Frage auf, inwieweit Gewalt ein legitimes Mittel zur Durchsetzung moralischer Verantwortung sein könne. Gutzschhahn habe „für die lyrische Prosa, die harten Dialoge und den augenzwinkernden Witz“ eine stimmige Entsprechung im Deutschen gefunden.
In der Kategorie Sachbuch entschied sich die Jury für „Das Rätsel der Varusschlacht“ (Fackelträger) von Wolfgang Korn und Klaus Ensikat überzeugen. Das Buch liefere den Lesern „einen verständlich geschriebenen Forschungsdiskurs, der die Arbeit der konkurrierenden Disziplinen der Historie und der Archäologie kritisch auslotet“, hieß es in der Begründung. „Ensikats geniale Tuschezeichnungen veranschaulichen detailreich und zum Teil ironisierend die Vergangenheit.“ Text und Bild schafften „ein einzigartiges und didaktisch innovatives Exempel, wie man zur eigenen Erkenntnis gelangt“. (AP)
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