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Junta in Birma lässt US-Helfer in Land

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12.05.2008

Yangon, Myanmar. (AP Photo)
Yangon, Myanmar. (AP Photo)

Rangun – Mehr als eine Woche nach dem Wirbelsturm „Nargis“ in Birma wächst im Katastrophengebiet die Seuchengefahr. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam ist das Leben von 1,5 Millionen Menschen akut bedroht, die Vereinten Nationen sehen bis zu zwei Millionen Menschen in Gefahr. Die Militärjunta lockerte nach dem Verfassungsreferendum vom Wochenende die Einschränkungen für internationale Helfer etwas, und am Montag traf die erste Hilfslieferung der USA ein.

Oxfam-Regionaldirektorin Sarah Ireland warnte vor Epidemien. Es seien „alle Faktoren“ für eine Folgekatastrophe gegeben, sagte Ireland am Sonntag in Thailand. UNICEF zufolge sind in einigen Gebieten bis zu 20 Prozent der Kinder an Durchfall erkrankt.

Richard Horsey vom UN-Büro für die Koordination Humanitärer Hilfe in Thailand erklärte am Montag, zwar erreichten Hilfslieferungen einige Menschen, dies geschehe aber nicht schnell genug. In der derzeitigen Situation benötigten die Opfer Trinkwasser, Unterkünfte, medizinische Hilfe und Nahrungsmittel. An all diesen Dingen fehle es derzeit in Birma.

In Rangun traf am Montag die erste US-Militärmaschine mit mehreren Tonnen Versorgungsgütern ein. Für Dienstag waren zwei weitere Flüge geplant. US-Admiral Timothy Keating erklärte, die Regierung in Washington könne täglich mehr als 90.000 Kilogramm Hilfsgüter nach Birma bringen. Außerdem seien mehrere Kriegsschiffe in der Region, die für den Transport eingesetzt werden könnten.

„Wir haben nichts mehr zu essen“

Im von „Nargis“ besonders schwer betroffenen Irrawaddy-Delta haben hunderte Menschen in Klöstern Schutz gesucht, wo sie auf dem Fußboden schlafen. Andere übernachteten im Freien und tranken schmutziges Wasser, das mit Fäkalien oder Kadavern verseucht war. „Bisher haben wir genug Wasser, weil wir Regen aufgefangen haben“, sagte der Abt eines Klosters in Pyapon, U Patanyale. „Aber wir haben nichts mehr zu essen.“

In den kommenden Tagen werden heftige Regenfälle erwartet, die die Hilfsbemühungen behindern dürften. Einen Rückschlag erlitt die Arbeit des Roten Kreuzes am Wochenende: Ein Schiff mit Hilfsgütern sank vor der Küste des Katastrophengebietes, dabei wurden Lebensmittel mit verseuchtem Wasser durchtränkt und konnten nicht mehr verwendet werden.

Wegen der Verzögerungen internationaler Hilfslieferungen organisiere die Bevölkerung selbst Unterstützung für die betroffenen Gebiete, sagte Alexander Richter vom Johanniter-Hilfswerk aus Rangun am Sonntag der AP. Einheimische kauften große Mengen Nahrung, um sie an Bedürftige in der Katastrophenregion zu übergeben.

Namen von Generälen auf Hilfslieferungen

Die birmanische Regierung beharrt bisher darauf, die Hilfsgüter weitgehend selbst zu verteilen. Es gab Berichte, dass auf die Kisten die Namen führender Generäle geschrieben wurden – ein offenkundiger Versuch, aus der internationalen Unterstützung propagandistisches Kapital zu schlagen. Die Behörden sprechen inzwischen von mehr als 28.400 Toten. Das sind rund 5.000 mehr als bislang angegeben. 33.400 Menschen werden laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens noch vermisst.

Die EU appellierte an die Junta, mehr ausländische Helfer ins Land zu lassen. EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel sagte am Sonntag, es sei ein gewaltiger internationaler Einsatz notwendig, um den Opfern des Zyklons im Irrawaddy-Delta zu helfen. Michel kündigte an, selbst ins Katastrophengebiet zu reisen.

Die Welternährungsorganisation (FAO) erklärte, die Preise für Reis hätten sich in der birmanischen Hauptstadt inzwischen um 50 Prozent erhöht. Die Regierung müsse sich daher möglicherweise um Importe aus Nachbarländern wie Thailand und Vietnam bemühen, was Konsequenzen für die internationalen Preise haben könnte, erklärte die FAO am Montag in Rom. (AP)

 

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