Foto: dapd/Michael Gottschalk
Berlin – Die K-Frage lässt die SPD nicht zur Ruhe kommen: Generalsekretärin Andrea Nahles hat einen Zeitungsbericht als "Spekulation" zurückgewiesen, wonach sich Parteichef Sigmar Gabriel aus dem Wettbewerb um die Kanzlerkandidatur faktisch zurückgezogen hat. Auch eine vorgezogene Kandidatenkür sei nicht geplant, stellte Nahles am Montag in Berlin klar.
"Es liegen mir keine Erkenntnisse vor, dass sich an der Anzahl der Kandidaten irgendetwas verändert hätte", sagte die SPD-Generalsekretärin. Auch an dem "bereits vor geraumer Zeit" festgelegten Zeitplan wolle die Partei festhalten. "Ende 2012, Anfang 2013" wolle die SPD ihren Kandidaten küren, sagte Nahles. "Genau das hat der Parteivorsitzende just am Wochenende bestätigt. Es gibt nichts Neues."
Zeitung: Steinmeier und Steinbrück machen Kandidatur aus
Ausgelöst hatte die neuerliche Aufregung um die Kandidatenkür der Sozialdemokraten ein Bericht der "Leipziger Volkszeitung". Unter Berufung auf "Kandidatenkreise" meldete das Blatt, die Kandidatur werde nun unter SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und dem früheren Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ausgemacht. Die beiden hätten sich gegenseitig versprochen, die Kandidatenfrage "frühzeitig und in voller Sympathie und Freundschaft füreinander" zu klären.
Zudem solle die Kandidatenkür nun spätestens auf einem Bundesparteitag im Dezember 2012 erfolgen, hieß es in dem "LVZ"-Bericht: Für eine frühzeitigere Kandidatenklärung spräche auch die Notwendigkeit, das sich abzeichnende Regierungsprogramm nicht am Ende einem Kandidaten "überzustülpen".
Einen Parteitag werde es im Dezember nicht geben, sagte Nahles nun. Vor März 2013 sei derzeit kein Parteitag geplant - es handle sich bei den Berichten also um Spekulationen. "Das ist normal. Es ist eine wichtige Frage. Aber es gibt zu diesem Zeitpunkt nichts Neues zu vermelden."
SPD kann "mit der Spannung souverän umgehen"
Auch der wiederholte mediale Wirbel um die Kandidatenkür ist nach Ansicht Nahles' kein Grund für ein Vorziehen der Entscheidung. Die Partei habe von Anfang an gewusst, dass die Spannung zum Herbst hin steigen werde, sagte sie. "Ich glaube, dass die SPD damit sehr souverän umgehen kann."
Die drei Kandidaten selbst hatten sich noch am Wochenende auf dem "Zukunftskongress" der Partei in Berlin mit Grundsatzreden in Stellung gebracht - aber auch Einigkeit demonstriert. Gabriel selbst hatte am Samstag augenzwinkernd den Namen des kommenden SPD-Kanzlerkandidaten getwittert: "Frank-Walter Gabrielbrück".
dapd
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