Aktuelle Nachrichten – Panorama
22.11.2010
Foto: Jockel Fink/AP Photo
Wien – Der Altmeister des deutschen Kabaretts, Dieter Hildebrandt, bekommt den "Salzburger Stier" 2011 für sein Lebenswerk. Einer der regulären Preis geht an den ostdeutschen Künstler Nils Heinrich, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Montag berichtete. Der ORF habe mitgeteilt, dass zudem die österreichischen Autoren Florian Scheuba und Rupert Henning sowie Schauspieler Cornelius Obonya für das Kammerstück "Cordoba – Das Rückspiel" einen "Stier" bekommen sollen. Auch das Schweizer Duo Knuth und Tucek werde ausgezeichnet.
Der "Salzburger Stier", der 2011 zum 30. Mal vergeben wird, ist mit jeweils 6.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet nächstes Jahr am 21. Mai im Rahmen des Kabarettforums im Potsdamer Nicolaisaal statt.
Dieter Hildebrandt erhält den "Ehrenstier" für sein Lebenswerk und sein aktuelles Programm "Ich kann doch auch nichts dafür", mit dem er das 30. Kabarettforum eröffnen wird. Der inzwischen 83-Jährige genieße als "Grand Seigneur" des politischen Kabaretts höchstes Ansehen, heißt es laut APA in der Begründung der Jury: "Mit seinen raffiniert verstotterten Halbsätzen stößt er in der Tradition eines Werner Finck zum Kern gesellschaftlicher Widrigkeiten vor, seine Kunst ist geprägt von heiterem Intellekt und genauer Beobachtung." Gemeinsam mit Werner Schneyder übergab Dieter Hildebrandt 1982 den ersten "Salzburger Stier".
"Cordoba. Das Rückspiel" ist nach Angaben der Autoren "eine Satire zu den Themen Migration, Integration, Fremdenskepsis und ihre politische Instrumentalisierung". Gemeint ist das komplizierte deutsch-österreichische Verhältnis, das am Beispiel einer Kleinfamilie nachgezeichnet wird: Im Sommer 1989 flieht sie aus dem brandenburgischen Schwarze Pumpe über Ungarn nach Österreich. Obonya spielt dabei das gesamte handelnde Personal – mehr als 20 Charaktere.
Nils Heinrich zählt demnach zu jener Künstler-Generation, die zwischen Kabarett, Poetry Slam und Comedy nicht mehr unterscheide. "Der gebürtige Ostdeutsche und gelernte Stuttgarter beweist Witz und Scharfsinnigkeit, ganz gleich, ob er über Laktoseintoleranz rappt, über Martin Walsers Augenbrauen sinniert oder seinen deutsch-deutschen Werdegang kabarettistisch aufarbeitet", teilte die Jury laut APA mit. Als Schweizer Preisträgerinnen setzten sich "Knuth und Tucek" mit ihrem selbst erfundenen Genre "Heimatfilmtheater" durch.
dapd/ay/ph/ng (dapd)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Dieter Hildebrandt verbietet den Titel „Scheibenwischer“
(06.03.2009)
Dieter Hildebrandt staunt über 80 Lebensjahre
(15.05.2007)