Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
19.08.2009
Berlin – Im Kampf gegen die Schweinegrippe hat die Regierung den Weg für die größte Impfaktion der Nachkriegsgeschichte freigemacht. Das Kabinett verpflichtete am Mittwoch die Kassen per Verordnung zur Übernahme der Impfkosten von zunächst einer Milliarde Euro. Damit sollen möglichst bis Frühjahr vor allem Risikogruppen geimpft werden. Grundsätzlich kann sich aber jeder impfen lassen, der das möchte, versprach Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, SPD. Neben den gesetzlichen wollen auch die privaten Kassen die Kosten übernehmen.
„Der beste Schutz gegen Influenza ist Impfung“, sagte Schmidt. Trotz des bislang milden Verlaufs der Schweinegrippe könnten Todesfälle in Deutschland nicht ausgeschlossen werden. Schmidt riet davon ab, Kinder impfen zu lassen. Zunächst sollten die klinischen Studien abgewartet werden.
Schmidt bekräftigte, dass die Kassen die finanzielle Belastung stemmen könnten, ohne Zusatzbeiträge zu erheben. Bei Kosten von 28 Euro pro zweimaliger Impfung entfielen im Schnitt etwa 8,20 Euro auf jeden Versicherten pro Jahr.
Die genaue Organisation der Impfung obliegt den Ländern. Schmidt erklärte, es gebe dazu bereits gute Vereinbarungen. Denkbare Impfstellen wären Krankenhäuser, aber auch Arztpraxen. Pro Impfung gebe es fünf Euro für den Arzt. „Das lohnt sich“, sagte Schmidt.
Da der Impfstoff voraussichtlich ab Ende September/Anfang Oktober nach und nach ausgeliefert werde, sollten zunächst besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen geimpft werden, sagte die SPD-Politikerin. Dazu gehörten Personen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere und besonders exponiertes Schlüsselpersonal, also Beschäftigte im Gesundheitswesen, bei der Polizei und der Feuerwehr.
Die Verordnung beziffert die Kosten für die Kassen bei zweimaliger Impfung auf 28 Euro pro Person. Damit ergeben sich für die Kassen Ausgaben von rund 600 Millionen Euro in 2009 und rund 400 Millionen in 2010. Mit den Krankenkassen bestehe Einvernehmen, dass eine Erhöhung des einheitlichen Beitragssatzes der Krankenversicherung oder Zusatzbeiträge für die Versicherten deshalb nicht erforderlich seien.
http://www.bmg.bund.de/ (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Finanzierung der Schweinegrippe-Impfungen steht
(13.08.2009)
(01.08.2009)
Schweinegrippe – eine Chance zur Entwicklung der Persönlichkeit
(29.07.2009)
Kassen trommeln gegen Kostenübernahme von Grippe-Impfung
(28.07.2009)