Aktuelle Nachrichten Europa – Kältewelle aus Osteuropa – Maria Danilova
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Kältetote Kältewelle aus Osteuropa

Maria Danilova

03.02.2012

Die Kältewelle aus Osteuropa hält an. In der Ukraine hat sie bereits 72 Menschenleben gekostet. Foto: AP Photo/Sergei Chuzavkov
Die Kältewelle aus Osteuropa hält an. In der Ukraine hat sie bereits 72 Menschenleben gekostet.

Foto: AP Photo/Sergei Chuzavkov

Kiew – Die Kältewelle hat Osteuropa fest im Griff und kostet immer mehr Menschen das Leben. Unzählige Obdachlose sind auf den Straßen bereits erfroren, die Zahl der Opfer steigt täglich. In Russland und der Ukraine errichten die Behörden unter Hochdruck Notunterkünfte und bieten medizinische Versorgung an. Auch in Norditalien gibt es erste Beeinträchtigungen durch Schnee und Eis.

Bei der seit einer Woche herrschenden eisigen Kälte starben bis Freitag mindestens 169 Menschen in Osteuropa. Die Zahl der Toten dürfte jedoch eher höher liegen. Aus Russland gibt es keine offiziellen Angaben. Allerdings zitierte die Nachrichtenagentur Itartass am Freitag den stellvertretenden Gesundheitsminister Maxim Topilin mit den Worten, dass im Januar 64 Menschen erfroren seien. Der russische Katastrophenschutzminister Sergei Schoigu ordnete die Versorgung von Obdachlosen mit Lebensmitteln und Medikamenten an.

Am schlimmsten betroffen von der Kältewelle ist die Ukraine mit bislang 101 Toten. Allein am Freitag starben dort 38 Menschen an Unterkühlung und Erfrierungen. Das Gesundheitsministerium wies die Krankenhäuser an, obdachlose Patienten nach der Behandlung nicht in die Kälte zu entlassen. Draußen herrschen Temperaturen von bis zu minus 32 Grad. Nach offiziellen Angaben starben in der Ukraine seit Beginn der Kältewelle am 27. Januar 64 Menschen auf den Straßen, elf in Krankenhäusern und 26 zu Hause.

Die Kältewelle ist die schlimmste in Osteuropa seit Jahrzehnten. Es kam zu Stromausfällen und gefrorenen Wasserleitungen. Die meisten Schulen, Kindergärten und Flughäfen blieben geschlossen, Busverbindungen fielen aus. Die Behörden errichteten tausende Notunterkünfte.

Unwetterwarnung in Rumänien

Rumänien muss sich auf neue, schwere Schneestürme einstellen. Ab dem heutigen Freitagmittag gilt eine Unwetterwarnung vor allem für den Süden des Landes. Das berichtete das Nachrichtenportal "punkto.ro". Die Polizei mahnte die Bürger, von allen nicht zwingend erforderlichen Autofahrten abzusehen. Zu den massiven Schneefällen kommen die weiter arktischen Temperaturen, die auch am Tag nicht über minus 15 Grad hinausgehen. In Teilen des Landes wurden aber auch bereits Nachttemperaturen von 30 Grad unter null gemessen. Mehr als zwei Dutzend Menschen starben bislang an Erfrierungen.

Die Kältewelle aus Osteuropa verdrängte auch das sonst eher milde Klima aus der italienischen Hauptstadt Rom. Dicke Schneeflocken fielen am Freitag auf das Kolosseum und das Forum Romanum. Die Sehenswürdigkeiten wurden deshalb ebenso wie der Palatin für Besucher gesperrt. Zu groß sei die Gefahr, dass die Touristen ausrutschen könnten, sagte Kolosseum-Direktorin Rossella Rea. In Rom hatte es zuletzt 1985 und 1986 derart heftig geschneit. In den vergangenen Jahren fiel nur wenig Schnee.

(dapd)

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