Aktuelle Nachrichten – International
21.08.2012
Foto: AP/ddp images/AP
Beirut/New York – Der blutige Konflikt in Syrien schwappt weiter in den Libanon über. Bei Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern des syrischen Präsidenten Baschar Assad kamen nach Behördenangaben im Norden des Libanon mindestens zwei Zivilpersonen ums Leben. 45 weitere Menschen wurden bei den Zusammenstößen verletzt, die Montagnacht begannen und bis zum Dienstag andauerten. Auch in Syrien selbst kam es zu weit verbreiten Gefechten. Das blutigste ereignete sich Aktivisten zufolge, als Regierungssoldaten die von Rebellen kontrollierte Ortschaft Moadamije außerhalb von Damaskus stürmten und mindestens 23 Kämpfer töteten.
Soldaten seien am frühen Dienstagmorgen an vier Punkten in die bereits seit zwei Wochen belagerte Stadt eingedrungen und hätten begonnen Wohnhäuser zu durchsuchen, teilten die Örtlichen Koordinationskomitees sowie ein Sprecher der Rebellen mit.
Aktivisten berichteten, dass auch einige Dörfer rund um die Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden Syriens von Kampfflugzeugen und Hubschrauber angegriffen worden seien. Dabei seien zwei Zivilpersonen getötet worden, unter ihnen ein kleiner Junge, sagte der Aktivist Abu Al Hassan. Eine unabhängige Bestätigung der Berichte war nicht möglich. Amateurvideos im Internet, die aus Marea, einem der Dörfer, stammen sollen, zeigten dichten Rauch über den Dächern sowie einen Einschlagskrater in einer zerstörten Straße.
Trotz der anhaltenden Gewalt hielt sich im Norden des Landes - wo am Montag auch eine japanische Journalistin getötet wurde - zeitweise auch ein Team der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auf. Die Ärzte und Krankenschwestern hätten eine im Bau befindliche Villa in ein geheimes Feldlazarett umgewandelt und dort zwei Monate lang gearbeitet, teilte die Organisation am Dienstag mit. Neben sieben Ausländern seien dort auch 50 Syrer im Einsatz gewesen.
Westerwelle und Obama warnen vor Einsatz von Chemie-Waffen
Unterdessen richtete US-Präsident Barack Obama seine bisher deutlichste Warnung an Assad, aber auch an die übrigen Akteure im Syrien-Konflikt. Bei einem Einsatz chemischer oder biologischer Waffen wäre für ihn und seine Regierung eine "rote Linie" überschritten, die sein Land zum militärischen Eingreifen zwingen würde, sagte er am Montag.
Auch die Bundesregierung warnte eindringlich vor dem Einsatz von Chemiewaffen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte am Dienstag in Berlin, dies wäre "eine verheerende Grenzüberschreitung" und hätte unabsehbare Folgen für die ganze Region. "Wir müssen alles dafür tun, damit diese Szenario nicht eintritt und die Chemiewaffen nicht in falsche Hände geraten." © 2012 AP. All rights reserved
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