Washington – Kaffee ist gesünder als bislang gedacht. Zumindest mehren sich Hinweise, dass ein mäßiger Konsum des Koffeingetränks mehr Nutzen als Risiken bringt, wie die Teilnehmer einer Konferenz in Washington berichteten. Demnach deuten epidemiologische Studien darauf hin, dass Kaffee das Risiko für Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer senkt und überdies vor Nieren- und Gallensteinen schützt.
Der Epidemiologe Rob van Dam von der Universität Harvard verwies ferner auf Untersuchungen in den USA, Europa und Japan, denen zufolge Kaffeetrinker seltener an Diabetes Typ 2 erkranken. Dieser Schutzeffekt wurde sowohl für gewöhnlichen Kaffee als auch für entkoffeinierte Sorten festgestellt. Daher vermuten Forscher, dass nicht das Koffein, sondern einer der vielen anderen Inhaltsstoffe den Zuckerstoffwechsel positiv beeinflusst.
Dennoch birgt Kaffeekonsum auch Nachteile: Das Getränk erhöht den Blutdruck und die Konzentration der Aminosäure Homocystein im Blut. Hohe Homocystein-Werte gelten als möglicher Risikofaktor für Arteriosklerose und erhöhen damit eventuell die Gefahr etwa für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Geändert hat sich die Studienlage zum Verhältnis zwischen Kaffee und Darmkrebs. Dass Untersuchungen in der Vergangenheit ein erhöhtes Darmtumorrisiko bei Kaffeetrinkern ergaben, führte die Ernährungsforscherin Lenore Arab von der Universität von Kalifornien in Los Angeles auf methodische Schwächen zurück. Neuere Analysen ergaben laut Arab keinen Hinweis auf eine solche Gefährdung. Womöglich schütze das Getränk sogar vor Darmkrebs. Lediglich für zwei Tumorformen – Leukämie und Magenkrebs – gibt es laut Arab Anhaltspunkte dafür, dass Kaffeekonsum die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen könnte. (AP)
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