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Kameramann von Al Dschasira aus Haft in Guantanamo entlassen

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02.05.2008

Auch ägyptische Journalisten setzten  für die Freilassung den Kameramanns Sami al-Hadsch ein. (AP Photo/Amr Nabil)
Auch ägyptische Journalisten setzten für die Freilassung den Kameramanns Sami al-Hadsch ein. (AP Photo/Amr Nabil)

Khartum – Nach mehr als sechs Jahren Haft im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba ist ein Kameramann des arabischen Fernsehsenders Al Dschasira freigelassen worden. Sami al Hadsch traf am Freitag an Bord einer US-Militärmaschine in der sudanischen Hauptstadt Khartum ein. Die Inhaftierung des 38-Jährigen ohne Anklage hatte weltweit Proteste ausgelöst.

Al Hadsch wurde am Donnerstag zusammen mit zwei weiteren Sudanesen auf freien Fuß gesetzt. Die US-Streitkräfte hatten ihm vorgeworfen, als Kurier für eine militante islamische Organisation tätig gewesen zu sein. Nach Angaben der britischen Menschenrechtsgruppe Reprieve wurde der Kameramann von den pakistanischen Behörden im Auftrag der USA festgenommen, die ihn eines Interviews mit Al-Kaida-Chef Osama bin Laden verdächtigten. „Das ist eine wunderbare Neuigkeit, und längst überfällig“, sagte Reprieve-Direktor Clive Stafford Smith über Al Hadschs Freilassung.

Nach Angaben seiner Anwälte befand sich Al Hadsch seit Januar vergangenen Jahres im Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen auf Guantanamo zu protestieren. Sein Anwalt Zachary Katznelson hatte nach einem Treffen am 11. April berichtet, der 38-Jährige sei regelrecht ausgemergelt und habe Probleme mit Leber und Nieren. Häftlinge im Hungerstreik werden in Guantanamo zwei Mal täglich über einen durch die Nase eingeführten Schlauch zwangsernährt.

Nach Angaben von Al Dschasira wird Al Hadsch einige Tage im Krankenhaus verbringen. Seine Frau und sein Kind flogen von Katar nach Khartum, um so schnell wie möglich wieder mit ihm vereint zu sein.

Der Kameramann war im Dezember 2001 in Pakistan festgenommen worden, als er nach Afghanistan einreisen wollte, um dort über die US-geführte Invasion zu berichten. Er wurde an die US-Truppen übergeben und im Januar 2002 nach Guantanamo gebracht. Die USA halten dort derzeit rund 275 Männer fest, die der Verbindungen zu Al Kaida und den Taliban verdächtigt werden. (AP)

 

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