Aktuelle Nachrichten – Welt
20.09.2008
Toronto – Der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper hat sich besorgt über die russischen Ansprüche auf die Arktis geäußert. Er befürchte, Russland könnte in seinem Bestreben, die Kontrolle über die Arktis zu erlangen, internationales Recht missachten, sagte Harper am Freitag vor Journalisten in Quebec. Er hielt der Führung in Moskau vor, sie zeige eine Tendenz zur Missachtung internationaler Normen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte am Mittwoch erklärt, die langfristige Entwicklung Russlands und seine internationale Konkurrenzfähigkeit hingen von den Bodenschätzen in der Arktis ab. Russland müsse sein Territorium in der „strategisch wichtigen“ Region abstecken, damit es einen großen Teil der dort vorhandenen Ressourcen beanspruchen könne. Er verlangte, ein entsprechendes Gesetz müsse zügig vom Parlament verabschiedet werden. Mit dem symbolischen Hissen der russischen Flagge auf dem Meeresboden unter dem Nordpol hatte Moskau im vergangenen Jahr einen Anspruch auf einen Großteil der Arktis untermauert. Dort werden nach einer US-Studie bis zu einem Viertel der weltweit noch unentdeckten Gas- und Ölvorräte vermutet. Hinzu kommt, dass das wegen der globalen Erwärmung zurückgehende Packeis eine Ausbeutung dieser Bodenschätze und die Einrichtung neuer Schifffahrtsrouten künftig deutlich erleichtern könnte. Ansprüche auf die Nordpolarregion haben auch Kanada, die USA, Dänemark und Norwegen angemeldet. (AP)