Aktuelle Nachrichten – International
13.08.2009
Kandahar – Der afghanische Präsident Hamid Karsai sieht sich schon als sicherer Gewinner der Wahl in der kommenden Woche und hat am Donnerstag seinen beiden stärksten Kontrahenten Posten in der nächsten Regierung angeboten. Damit schien Karsai möglichen Spannungen nach der Wahl entgegenwirken zu wollen. Hintergrund ist die Lage in weiten Teilen des Landes, wo Islamisten immer mehr an Macht gewinnen und die ausländischen Truppen in blutige Kämpfe verstrickt haben.
Die Präsidentenwahl am Donnerstag ist die zweite in Afghanistan seit dem Sturz der Taliban. Mehr als 100.000 ausländische und 175.000 afghanische Soldaten und Polizisten sollen für Sicherheit sorgen. Zur Wahl am 20. August treten rund drei Dutzend Kandidaten an. Karsai gilt als klarer Favorit und kann auf eine zweite fünfjährige Amtszeit hoffen. Seine wichtigsten Kontrahenten sind der frühere Außenminister Abdullah Abdullah und Exfinanzminister Aschraf Ghani.
Wenn er gewinnen sollte, werde er Abdullah und Ghani wieder Posten anbieten, wie er dies beim letzten Mal auch getan habe, erklärte Karsai. Ein Sprecher Abdullahs betonte, nicht Karsai, sondern die Menschen entschieden darüber, wer gewinne und die nächste Regierung bilde. Auch ein Sprecher Ghanis wies jegliche Absprachen vor der Wahl zurück.
Karsai gilt zwar als Favorit, in letzten Umfragen lag seine Zustimmungsrate aber unter 50 Prozent. Sollte keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen, gibt es eine Stichwahl.
Vor allem im Süden des Landes hält unterdessen die Gewalt an. Bei zwei Bombenexplosionen wurden 14 Zivilpersonen getötet, darunter drei Kinder. Ein Sprengsatz traf am Mittwoch in der Provinz Helmand das Fahrzeug einer Familie. Bei den Opfern handele es sich um zwei Frauen und neun Männer, erklärte ein Sprecher des Gouverneurs am Donnerstag. Ein sechsjähriges Mädchen habe die Detonation überlebt. Die Taliban legten derartige Bomben an wichtigen Straßen, erklärte Sprecher Daud Ahmadi.
In der benachbarten Provinz Kandahar kamen drei Kinder beim Spielen mit einer Bombe ums Leben. Die Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren hatten den Sprengsatz nach Polizeiangaben am Straßenrand gefunden. (AP)
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