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Karstadt-Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab

DAPD

09.08.2006

Düsseldorf - KarstadtQuelle-Aktie im freien Fall: Nach einer unerwartet schlechten Halbjahresbilanz und einer Gewinnwarnung ist das Papier am Mittwoch bis kurz vor Börsenschluss um mehr als 21 Prozent eingebrochen. Zuvor hatte der Handelsriese einen Umsatzrückgang der Versandhäuser Quelle und Neckermann bekannt gegeben. Warenhäuser und das Reisegeschäft entwickelten sich besser. Unter dem Strich bewahrte aber nur der Verkauf seiner Immobilien KarstadtQuelle vor einem negativen Konzernergebnis im ersten Halbjahr.

KarstadtQuelle-Vorstandschef Thomas Middelhoff erklärte bei der Vorstellung der Zahlen in Düsseldorf, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde wegen der Probleme beim Versandhandel für das Gesamtjahr nur noch um rund 10 Prozent über dem Vorjahreswert liegen und nicht - wie bisher angenommen - um 20 Prozent.

Im Versandgeschäft brach nach den Angaben des Konzerns der Umsatz im ersten Halbjahr um 11 Prozent ein. «Der Universalversand liegt hinter Plan und unter Vorjahr», sagte Middelhoff. Nun will der Konzern weitere 200 Millionen Euro für die Sanierung ausgeben. Außerdem ist eine umfangreiche Werbekampagne geplant, um die Marke Quelle zu stützen. Erst für 2007/2008 rechne man in dem Bereich wieder mit schwarzen Zahlen, sagte Middelhoff.

Besser liefen die Geschäfte der Karstadt-Warenhäuser: Sie erzielten ein Umsatzplus von 3,2 Prozent. «Das war das beste erste Halbjahr seit Jahren», sagte Middelhoff, der von einem «deutlich positiven Effekt durch die Fußball-Weltmeisterschaft» sprach. Auch beim Reiseveranstalter Thomas Cook, an dem KarstadtQuelle und Lufthansa je 50 Prozent halten, sei die Trendwende geschafft: Hier vermeldete der Konzern ein Umsatzplus von 1,1 Prozent. Zu Verhandlungen über eine vollständige Übernahme des Reisekonzerns wollte Middelhoff keine Details nennen, signalisierte aber Zuversicht.

Schuldenfrei dank Immobilienverkauf

Dank des Verkaufs seiner Immobilien für 4,5 Milliarden Euro an einen britischen Investor kam KarstadtQuelle beim Schuldenabbau voran: Zum Jahresende werde der Konzern über knapp 20 Prozent Eigenkapital verfügen und den Schuldenberg von 4,6 Milliarden abgetragen haben. Zwei Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise sei KarstadtQuelle damit «aus dem Gröbsten heraus», bilanzierte Middelhoff.

Einen Umsatzschub erhofft er sich vom 125. Karstadt-Geburtstag, der ab September begangen werden soll. Dabei werde Karstadt nicht auf Preisschlachten, sondern auf häufig wechselnde Sortimentsschwerpunkte setzen. «Wir werden dies mit einer Werbekampagne begleiten, wie es Karstadt lange nicht mehr erlebt hat.»

Der bereinigte Konzernumsatz von KarstadtQuelle ging im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf 6,47 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank auf minus 41,7 Millionen Euro gegenüber einem Plus von 19,4 Millionen im ersten Halbjahr 2005. Durch die Verkäufe von Immobilien lag das Konzernergebnis bei plus 558,1 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch ein Minus von 271,9 Millionen Euro ausgewiesen.

(AP)

 

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