Unternehmen – Karstadt-Insolvenzverwalter will Schadenersatz von Middelhoff – DAPD
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Klage geplant Karstadt-Insolvenzverwalter will Schadenersatz von Middelhoff

DAPD

06.07.2010

Frankfurt/Main (apn) Der Verkauf mehrerer Immobilien des damaligen Warenhauskonzerns KarstadtQuelle könnte für mehrere frühere Manager ein juristisches Nachspiel haben. Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will eine Schadenersatzklage gegen mutmaßliche Verantwortliche wie dem früheren Konzernchef Thomas Middelhoff einreichen. Görgs Sprecher Thomas Schulz bestätigte am Dienstagabend in Teilen einen entsprechenden Vorabbericht der „Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung“ (Mittwochausgabe).

Schulz sagte der Nachrichtenagentur DAPD, die Vorbereitungen für eine Schadenersatzklage seien weitgehend abgeschlossen. Dabei gehe es um den Verkauf und die Rückvermietung mehrerer Immobilien. Einzelheiten nannte er zunächst nicht. Middelhoff wollte den Vorgang nicht kommentieren, wie sein Sprecher DAPD mitteilte.

Laut „NRZ“ hat Görgs Klage einen Umfang von mehr als 175 Millionen Euro und soll am (morgigen) Mittwoch beim Amtsgericht Essen eingereicht werden. Das Blatt beruft sich auf Informationen aus dem Gläubigerausschuss. Beklagte sind demnach neben Middelhoff weitere Vorstände des damaligen KarstadtQuelle-Konzerns sowie Aufsichtsratsmitglieder.

Immobilien sollen zu billig verkauft worden sein

Hintergrund sei der Verkauf von Kaufhäusern in Potsdam, München, Karlsruhe, Leipzig und Wiesbaden an einen Projektentwickler. Hierbei seien die Immobilien unter Marktwert verkauft und anschließend zu überhöhten Sätzen zurückgemietet worden. Görg führt dem Bericht zufolge an, dass Mietverträge abgeschlossen worden seien, obwohl allen Beteiligten deren Nachteile bekanntgewesen seien. Vorstand und Aufsichtsrat sollen es auch unterlassen haben, die für die Ursprungsverträge verantwortlichen Organe in Regress zu nehmen, wie das Blatt schreibt.

Im vergangenen Jahr wurde wegen der Immobilien bereits ein Ermittlungsverfahrens gegen Middelhoff eingeleitet. Auch dabei ging es um den Verdacht, mögliche Millionenansprüche des Handelskonzerns nicht eingeklagt zu haben. Der Manager wies damals die Vorwürfe zurück. (AP)

 

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