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KarstadtQuelle vor Übernahme von Thomas Cook

DAPD

22.12.2006

KarstadtQuelle und Lufthansa haben sich über die Zukunft ihrer gemeinsamen Reisetochter Thomas Cook geeinigt. Nach Informationen des Betriebsrats wird der Handelskonzern den 50-Prozent-Anteil, der von der Lufthansa gehalten wird, übernehmen.     (AP Photo/Michael Probst)
KarstadtQuelle und Lufthansa haben sich über die Zukunft ihrer gemeinsamen Reisetochter Thomas Cook geeinigt. Nach Informationen des Betriebsrats wird der Handelskonzern den 50-Prozent-Anteil, der von der Lufthansa gehalten wird, übernehmen. (AP Photo/Michael Probst)

Frankfurt/Düsseldorf – Der immer noch angeschlagene Handelskonzern KarstadtQuelle kauft wieder ein: Die Essener wollen den 50-Prozent-Anteil der Lufthansa am Reisekonzern Thomas Cook übernehmen. Das bestätigte am Freitag der Betriebsrat der zum Konzern gehörenden Fluglinie Condor. Als Kaufpreis nannten Branchenkreisen einen dreistelligen Millionenbetrag. Die Lufthansa behält den Angaben zufolge einen Minderheitsanteil von 24,9 Prozent an Condor. Ein Lufthansa-Sprecher erklärte allerdings, die Verhandlungen dauerten noch an.

KarstadtQuelle erhofft sich von der vollständigen Übernahme positive Effekte durch die künftig einheitliche Führung des Reiseunternehmens, wie es aus dem Umfeld des Unternehmens hieß. Die Internet-Angebote von Handel und Reisen sollten komplett vernetzt und Reisen stärker als bisher über das Internet verkauft werden. Auch will der Handelskonzern den schon starken Focus des Reisegeschäfts auf Großbritannien ausbauen. Dort bietet KarstadtQuelle um die zum Verkauf stehende Pauschalreisesparte des britischen Veranstalters First Choice.

KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff hatte im vergangenen Jahr erstmals Interesse an einer Übernahme des Reisekonzerns signalisiert. Als entscheidender Knackpunkt in den Verhandlungen galt die Zukunft von Condor. Die Lufthansa konnte kein Interesse daran haben, dass Condor bei einen möglichen Weiterverkauf an einen Konkurrenten fällt.

Der Condor-Betriebsrat kritisierte, KarstadtQuelle habe klar und deutlich Desinteresse an der Fluglinie bekundet und werde nur einen Teil der heutigen Flotte von 36 Flugzeugen dauerhaft brauchen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben über einen dreijährigen Sanierungszeitraum große Opfer gebracht. Der Verkauf ist für uns ein Schlag ins Gesicht,“ erklärte Betriebsratsvorsitzende Annemarie Maiwald. „Der Bestand von 2.700 Arbeitsplätzen und die Existenz eines der weltweit bekanntesten hessischen Unternehmen wird in dem 51. Jahr seines Bestehens grundlos von der Lufthansa auf das Spiel gesetzt.“

Thomas Cook ging 1998 aus der Fusion des Reiseveranstalters Neckermann und des Charterfliegers Condor hervor. Erst 2005 konnte das Unternehmen nach vier verlustreichen Jahren dank harter Sanierung wieder einen Gewinn ausweisen. In den ersten neun Monaten 2006 hatte der Konzern seinen saisonbedingten Verlust auf knapp 56 Millionen Euro reduziert und seinen Umsatz auf 5 Milliarden Euro gesteigert.

(AP)

 

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