Aktuelle Nachrichten – Panorama
05.07.2012
Foto: Mark Keppler/dapd
Berlin – Katie Melua ist mit mehr als elf Millionen verkauften Tonträgern derzeit eine der erfolgreichsten britischen Künstlerinnen. Im März veröffentlichte sie ihr viertes Studioalbum "Secret Symphony", dessen Songs sie im Juli auf einer Deutschland-Tour präsentieren wird. Tourauftakt ist am 8. Juli in Stuttgart. Zudem tritt Melua in Berlin, München, Dresden und Regensburg auf. Sechs weitere Deutschland-Konzerte sind für Oktober geplant. dapd-Korrespondent Daniel Wenisch sprach mit der 27-jährigen Popsängerin über ihr aktuelles Album und ihre Liebe zur klassischen Musik.
dapd: Sie sind bekannt als Popsängerin, jetzt treten Sie bei Klassik-Festivals auf. Wie stark ist Ihre Musik von der Klassik beeinflusst?
Katie Melua: Ich bin natürlich überhaupt keine Klassik-Künstlerin. Aber mir gefällt die Musik sehr gut. Und das erste Musikstück, das mich jemals inspiriert hat, war Beethovens Mondscheinsonate. Dieses Stück ließ die gesamte Welt um mich herum verschwinden. Es war einfach so wundervoll. Ich war sieben Jahre alt, als ich diese Musik für mich entdeckte. Ich habe klassische Musik also immer sehr geschätzt, wie auch jedes andere Genre. Auf "Secret Symphony" ist das Orchester ein äußerst wichtiges Element.
dapd: Wie kam es dazu, einem Orchester auf dem neuen Album einen so großen Part einzuräumen?
Melua: Die Idee entstand auf einem Konzert, das ich 2007 in Stuttgart mit den dortigen Philharmonikern gegeben habe. Als ich damals von der Bühne ging, fühlte ich mich so inspiriert und glücklich. Ich fand den Unterschied so besonders, dass das Orchester riesig und unglaublich laut sein kann und trotzdem ein Prickeln und eine außergewöhnliche Intimität erzeugt. Diese beiden entgegengesetzten Faktoren haben mich sehr begeistert.
dapd: Wie hat die Arbeit mit dem großen Orchester beim Einspielen des neuen Albums funktioniert?
Melua: Es war eine großartige Erfahrung. Ich stand ein wenig unter Druck, weil es so viele Musiker waren. Deshalb wollte ich unbedingt wieder mit Mike Batts arbeiten, der schon bei den ersten drei Alben mein Produzent war. Er hat ein fantastisches Gefühl für die Arrangements und hatte das richtige Gefühl für das Orchester.
dapd: Sie spielen auf Ihrer Deutschland-Tournee im Juli vor allem auf Festivals und Open Airs. Ist Ihnen das lieber als Konzerte in großen Konzerthallen?
Melua: Mir gefällt beides sehr gut. Bei einem Open Air kommt es vor allem auf das Wetter an. Wenn das Wetter nicht gut ist, ist es natürlich schrecklich. Aber man spielt dann trotzdem, weil das Publikum extra kommt, um dich zu sehen. Diese Treue ist sehr inspirierend.
dapd: Sie haben in Ihrem jungen Leben schon so viele Konzerte gespielt. Unter anderem haben Sie auf einem Dinner der englischen Königin gesungen und auch für Nelson Mandela. Sind Sie denn vor gewöhnlichen Auftritten wie denen in Deutschland überhaupt noch aufgeregt?
Melua: Manchmal bin ich wirklich sehr nervös, besonders wenn meine Familie zu einem Konzert nach London kommt. Es ist immer etwas Besonderes auf heimischem Boden zu spielen. Das kann sehr nervenraubend sein.
dapd: Nach Ihrem Burnout im Jahr 2010 sehen Sie nun wieder sehr entspannt und erholt aus. Was haben Sie seitdem verändert?
Melua: Ich hatte gesundheitliche Probleme und musste daher auf Anraten der Ärzte eine Tour verschieben. Weil ich meinen Job liebe, habe ich mich selbst ein bisschen zu sehr hineingesteigert. Durch diese Zeit wurde ich wieder ein normaler Mensch. Ich verbrachte viel Zeit mit meiner Familie und mit meinen Freunden. Seitdem nehme ich mir öfter am Wochenende frei. An den meisten Wochenenden fahre ich nach Hause, auch wenn wir ein Album promoten. Diese Zeit bedeutet mir sehr viel. Ich versuche aus den Fehlern zu lernen. (dapd)
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