Aktuelle Nachrichten – Welt
04.10.2009
Jumanak/Indonesien – Nach dem verheerenden Erdbeben in Indonesien gibt es kaum noch Hoffnung, Überlebende aus den Trümmern zu bergen. Vizepräsident Jusuf Kalla sagte am Sonntag, es gehe jetzt nur noch darum, die Beisetzungen zu organisieren. Mehrere Dörfer auf Sumatra wurden von Erdrutschen völlig zerstört. Allein in diesen Orten wurden nach Behördenangaben mehr als 600 Menschen getötet. Überlebende gruben sich auf der Suche nach Verschütteten mit bloßen Händen durch Schutt und Geröll.
Am Sonntag erreichten Soldaten und Hilfsorganisation die schwer zugänglichen Orte. Heftige Regenfälle behinderten jedoch die Bergungsarbeiten.
Die Vereinten Nationen gingen von insgesamt 1.100 Todesopfern aus. Nach Angaben der Regierung gelten 960 Menschen offiziell noch als vermisst. Sie sind höchstwahrscheinlich tot.
Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden bei dem Beben der Stärke 7,6 vom Mittwoch knapp 84.000 Häuser, 200 öffentliche Gebäude und 285 Schulen völlig zerstört. Rund 100.000 Häuser wurden schwer beschädigt.
UNICEF ging davon aus, dass mindestens 560.000 Menschen von dem Erdbeben direkt betroffen sind, also etwa 40 Prozent der Bevölkerung in der Katastrophenregion. Seit Samstag trafen am Flughafen der Stadt Padang hunderte Ärzte, Krankenschwestern und Bergungsexperten sowie Hilfsgüter aus aller Welt ein.
Mindestens vier Dörfer im Bezirk Padang Pariaman an der Westküste von Sumatra wurden von Erdrutschen verschüttet. Die Dörfer seien 30 Meter in die Tiefe gerutscht, sagte der Leiter des Krisenzentrums im Gesundheitsministerium, Rustam Pakaya. „Selbst das mehr als 20 Meter hohe Minarett der Moschee ist verschwunden.“ Im Dorf Jumanak wurden nach Angaben von Überlebenden bis zu 300 Gäste einer Hochzeitsfeier lebendig begraben.
In der Provinz West-Papua im Osten des Inselstaates bebte unterdessen erneut die Erde. Das Beben hatte eine Stärke von 5,5, das Epizentrum lag knapp 130 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Manokwar. West-Papua liegt etwa 3.500 Kilometer von Sumatra entfernt. (AP)
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