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Umweltverbände gegen faule Kompromisse Kein Durchbruch auf der Klima-Konferenz in Durban in Sicht

Nicole Scharfschwerdt

09.12.2011

Durban, Klimakonferenz: Kumi Naidoo, Direktor von Greenpeace International, und Demaonstranten.   Foto: AP Photo / Shayne Robinson, Greenpeace
Durban, Klimakonferenz: Kumi Naidoo, Direktor von Greenpeace International, und Demaonstranten.

Foto: AP Photo / Shayne Robinson, Greenpeace

Durban – Bei der Klimakonferenz im südafrikanischen Durban hat sich weiterhin kein Durchbruch abgezeichnet. Wie aus Delegationskreisen verlautete, wurden die Verhandlungen über ein Abschlussdokument am Freitagabend vertagt. Ein ursprünglicher Entwurf, den die südafrikanische Präsidentschaft als Diskussionsgrundlage präsentiert hatte, war in der Verhandlungsrunde, der sogenannten Indaba, scharf kritisiert worden. Daraufhin sollte ein neues Papier erarbeitet werden.

Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte den ursprünglichen Entwurf zurückhaltend bewertet. "Das ist nicht der Anspruch, den wir stellen, weil wir eine Form von Verbindlichkeit brauchen", sagte der Minister am Nachmittag vor Beginn der eigentlichen Beratungen und fügte hinzu: "Faule Kompromiss machen wir nicht."

Die Verhandlungen sollten in der Nacht wieder aufgenommen werden, das Plenum der Konferenz sollte allerdings erst am Samstag wieder zusammentreten.

Warnung vor faulen Kompromissen

EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard warnte bereits am Freitagmorgen vor einem Misserfolg der Konferenz. Wenn es im Vergleich zum Stand am frühen Morgen keine Bewegung gebe, "wird es keine Einigung in Durban geben", sagte Hedegaard zum Auftakt des letzten Verhandlungstags am Freitag. Ein Fahrplan für einen verbindlichen Klimavertrag sei jedoch immer noch "in Reichweite".

Einhellig hatten sich die EU, Afrika, die Gruppe der ärmsten Staaten (LDC) und mehrere Inselstaaten am Donnerstag auf der Klimakonferenz im südafrikanischen Durban zu dem Ziel bekannt, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Sie verlangen ein klares Mandat für den weiteren Prozess und weitere Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls sowie einen schnellen Start des globalen Klimafonds.

Der Erfolg der Konferenz hänge an "einer kleinen Zahl von Staaten", sagte Hedegaard insbesondere mit Blick auf China, Indien und die USA, die in Durban als Blockierer gelten. Zugleich lobte sie, dass sich Südafrika und Brasilien grundsätzlich offen für ein verbindliches Klimaabkommen gezeigt hätten.

Der WWF, "Brot für die Welt" und Germanwatch unterstützten die Linie der EU und der Entwicklungsländer für ein klares Mandat und warnten vor faulen Kompromissen. Das Kyoto-Protokoll müsse verbessert werden und eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Zugleich müsse bis spätestens 2015 ein neues rechtsverbindliches Abkommen ausgehandelt werden, das bis längstens 2018 in Kraft treten müsse. Alles andere müsse abgelehnt werden.

Ähnlich äußerte sich auch der Klimaexperte der Umweltorganisation Greenpeace, Martin Kaiser. "Keine Entscheidung in Durban wäre besser als ein Pseudo-Abkommen zu schließen, das nach außen einen Konsens vorgaukelt, innen aber völlig leer ist und uns in eine Welt von vier bis sechs Grad Erwärmung führt", betonte er.

(dapd)

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