Berlin (apn) Fußballprofi Kevin-Prince Boateng hat die sogenannte „Autospiegel-Affäre“ offenbar aus Sorge um seine Karriere beendet. Nur einen Tag vor Prozessbeginn zog er am Dienstag seinen Einspruch gegen eine Geldstrafe von 56.000 Euro zurück. Am Mittwoch sagte Boatengs Berater Roger Wittmann der DAPD: „Kevin hat sich entschieden, das Thema zu beenden und sich auf seine Karriere zu konzentrieren.“
„Als Berater ist es meine Aufgabe, ihm zu sagen: Wenn er sein Leben ordnen will, muss er diese Sache beenden“, erklärte Wittmann. Weitere Aussagen zu den Vorwürfen gegen Boateng oder den Hintergründen der plötzlichen Wende in der Affäre werde es nicht geben, hieß es weiter.
Am Mittwoch hätte in Berlin vor dem Amtsgericht Tiergarten die Verhandlung gegen den 23-jährigen Boateng beginnen sollen. Für den Prozess war der größte Saal im Kriminalgericht Moabit reserviert worden. Doch offenbar wollte der Fußballprofi den Medienrummel vermeiden.
Er akzeptierte den Strafbefehl und die Geldstrafe von 56.000 Euro und wurde so – ohne Blitzlichtgewitter – rechtskräftig wegen Sachbeschädigung in 13 Fällen verurteilt. Wie das Gericht mitteilte, muss Boateng nun 80 Tagessätze zu 700 Euro zahlen.
Der frühere Hertha-Spieler soll im März 2009 mit seinem damaligen Teamkollegen Patrick Ebert zwölf Autos und einen Motorroller demoliert haben. Der Schaden belief sich laut Gericht auf mehrere tausend Euro. Im Januar war gegen beide Fußballer Strafbefehl ergangen und eine Strafe von je 56.000 Euro verhängt worden. Beide Kicker legten zunächst Einspruch ein.
Ebert akzeptierte das Urteil im Juni ebenfalls nur wenige Tage vor Prozessbeginn. Boateng aber bestritt bis Dienstag die Vorwürfe. Vor Gericht wäre es zu einer erneuten Begegnung der beiden Mittelfeldspieler gekommen: Ebert sollte gegen seinen mutmaßlichen Komplizen Boateng als Zeuge aussagen.
Boateng war in den vergangenen Monaten mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Zuletzt hatte sein grobes Foul an Michael Ballack im englischen Pokalfinale für Aufsehen gesorgt.
Boateng wurde in Berlin als Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers geboren. Sein Halbbruder Jérôme spielt in der deutschen Nationalmannschaft, Kevin-Prince dagegen entschied sich 2010 für die Nationalelf Ghanas. (AP)
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