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Kinder der Aborigines sollen Versuchskaninchen gewesen sein

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16.04.2008

Canberra – Kinder der Aborigines sollen in Australien in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für medizinische Versuche missbraucht worden sein. Die Regierung habe ihnen zu Testzwecken ein Lepraserum gespritzt, erklärten Anwälte der Aborigines-Gruppe Allianz einer gestohlenen Generation am Mittwoch vor dem Senat in Canberra. „Über diese Dinge wurde nie gesprochen. Die Kinder wurden benutzt“, sagte Anwältin Kathleen Mills.

Gesundheitsministerin Nicola Roxon kündigte an, die Vorwürfe würden genauestens untersucht. Eine Untersuchung der entsprechenden Archive ist veranlasst, wie die Ministerin erklärte. Ein von der Regierung initiierte Gesetzesvorhaben der gestohlenen Generation hat zum Ziel, rund 100.000 Eingeborene zu entschädigen, die im Kindesalter aus ihren Familien gerissen wurden und gezwungen wurden, wie Weiße in Städten aufzuwachsen.

Ein Medizinprofessor an der Universität Sydney, Warwick Britton, äußerte Zweifel an den Vorwürfen. Ein derartiges Serum sei in Australien nie zur Anwendung gekommen, sagte er dem australischen Fernsehen. In den 20er und 30er Jahren habe es eine schmerzhafte Therapie gegeben, bei der erkrankten Patienten alle ein bis zwei Monate eine Ölinjektion verabreicht worden sei. Diese Therapie sei damals allerdings weltweit eingesetzt worden, sagte der Mediziner. (AP)

 

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