Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
31.01.2012
Foto: Michael Probst/dapd Photo
Berlin – Jedes dritte Kind im Vorschulalter leidet unter einer Störung der Sprachentwicklung. Das belegt der neue Arztreport der Krankenkasse Barmer GEK, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Rund 1,1 Millionen Kinder zwischen null und 14 Jahren waren demnach 2010 wegen einer solchen Störung in Behandlung. Das sind bundesweit 10,3 Prozent aller Kinder die diese Störung aufweisen. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen.
Bei den sechsjährigen Jungen leiden sogar 38 Prozent an einer "Entwicklungsstörung des Sprechens und der Sprache". Bei den gleichaltrigen Mädchen sind es 30 Prozent mit dieser Störung der Sprache. Die hohe Rate liegt zum einen daran, dass Eltern und Kinderärzte kurz vor der Einschulung der Kinder besonders auf deren kommunikative Fähigkeiten achten. Zum anderen fehlen der Studie zufolge in der Praxis noch einheitliche Diagnose-Kriterien.
Eine Störung der Sprache wird nicht organische oder mentale verursacht. Die Störung liegt vor, wenn Kinder im Vorschulalter nicht in der Lage sind kurze, vollständige Sätze mit angemessenen Worten zu bilden oder zu verstehen. Seit 2004 hat dieses Krankheitsbild nach Aussage der Wissenschaftler um rund 20 Prozent zugenommen. (dapd)