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14.03.2008
Leipzig – Der Umsatz mit Kinder- und Jugendbüchern ist 2007 um fast 24 Prozent (23,9 Prozent) gestiegen. Allerdings ist diese Zahl stark geprägt von den Beststellern „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ sowie „Tintentod“, wie aus dem am Freitag auf der Leipziger Buchmesse vorgestellten Trendbericht Kinder- und Jugendbuch 2008 hervorgeht. Auffällig sei auch, dass vor allem Eltern der Mittel- und Oberschicht verstärkt Bücher für ihre Kinder gekauft hätten, sagte Claudia Paul, Sprecherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Dies belegen Zahlen einer Marktanalyse, die vom Börsenverein und der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen durchgeführt wurde. Danach ist der Absatzanteil von Kinder- und Jugendbüchern in höheren Bildungsschichten überproportional hoch. Familien, in denen die Eltern einen Hochschulabschluss haben, sind verantwortlich für ein Drittel (31 Prozent) des Gesamtabsatzes, Eltern mit Volksschul- oder Hauptschulabschluss nur für 13 Prozent. Erstes Kriterium beim Kauf eines Buches ist Wissensvermittlung – nicht etwa Spaß oder Unterhaltung.
Entsprechend hätten alle Verlage inzwischen umfangreiche Sachbuchprogramme aufgelegt, sagte Klaus Willberg von der Arbeitsgemeinschaft der Jugendbuchverlage. Damit sei allerdings das Problem nicht gelöst, Kindern aus weniger gebildeten oder finanziell benachteiligten Familien den Zugang zu Büchern zu ermöglichen.
Der Erziehungswissenschaftler Stefan Aufenanger, Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Lesen, forderte deshalb mehr Investitionen in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken. Kindern müsse mehr vorgelesen werden, auch in der Familie. Gerade Familien aus bildungsfernen Schichten benötigten dabei aber Hilfe.
Regina Pantos vom Arbeitskreis für Jugendliteratur verwies darauf, dass Lesen oft gerade bei Jungen an der Hauptschule als „uncool“ gelte. „Da muss eine Image-Änderung her“, sagte sie. In einer bestimmten Altersgruppe sei es stark abhängig vom sozialen Umfeld, ob und was gelesen werde. In diesem Zusammenhang seien die „Harry-Potter“-Bücher sehr hilfreich gewesen. „Harry Potter war der absolute Glücksfall für die Leseförderung“, erklärte auch Christoph Schäfer von der Stiftung Lesen.
Im vergangenen Jahr wurden 14,9 Prozent des Gesamtumsatzes der Buchbranche mit Kinder- und Jugendbüchern gemacht (2006: 13 Prozent). Das Gesamtumsatzplus betrug 3,9 Prozent – also deutlich weniger als die 23,9 Prozent bei den Kinder- und Jugendbüchern. „Kinder- und Jugendliteratur ist für den deutschen Buchmarkt ein sehr, sehr wichtiges Element“, sagte Paul. (AP)
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