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Keine Frage der Hygiene Kinderlähmung - Polio-Virus immer noch hoch ansteckend

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26.10.2012

Kinderlaehmung: Eine vergessene Krankheit? Foto: AP/Fabian Bimmer
Kinderlaehmung: Eine vergessene Krankheit?

Foto: AP/Fabian Bimmer

Kopenhagen/Berlin – Kinderlähmung oder auch Polio darf aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Krankheit auch heute nicht unterschätzt werden. "Das Virus ist hoch ansteckend und kann sich sehr leicht verbreiten - meist ohne, dass Betroffene es direkt merken", sagte Dina Pfeifer, Impfexpertin der WHO für die Region Europa. Dabei seien hohe Hygienestandards nicht ausreichend, um den Erreger zu stoppen. Vorbeugen könne nur eine lückenlose Immunisierung weltweit.

Auch wenn die Region Europa seit zehn Jahren als poliofrei eingestuft werde, müsse die Immunisierung überall weiter betrieben werden. "Bis die Krankheit wirklich weltweit ausgerottet ist, dürfen wir bei den Impfungen nicht nachlässig werden", sagte Pfeifer. "Seit die WHO die Region als poliofrei erklärte, sind mehr als 90 Millionen Kinder gegen Polio geimpft worden", sagte Pfeifer.

Nichtsdestotrotz gebe es immer noch Länder, in denen aus verschiedenen Gründen, etwa einem Mangel an Impfstoff oder Bedenken gegenüber der Impfung, die Durchimpfungsrate unter 90 Prozent liege. Zudem würden heutzutage die Risiken der Impfung insbesondere im Vergleich zu den Risiken einer Infektion leider oft falsch eingeschätzt, sagte Pfeifer. Gerade bei Eltern, die Polio in ihrer Kindheit nicht mehr aktiv als Gefahr erlebt hätten, komme es nicht selten vor, dass sie der Impfung misstrauisch gegenüberstünden.

"Solche Lücken in der Immunisierung stellen für die Bevölkerung eine Gefahr dar, dass es doch wieder zu einer Einschleppung des Virus kommt", sagte Pfeifer. Aus diesem Grund sei das Risiko der Erkrankung weiterhin real. Der Polioausbruch in Tadschikistan im Jahr 2010 mit 457 Infektionsfällen und 29 Toten habe gezeigt, wie gefährlich das Virus sei und wie schnell es sich auch heute noch ausbreiten könne.

Jeder Reisende solle sich daher gut überlegen, welche Impfungen für sein Reiseland wichtig seien. Das Einschleppen eines Erregers biete Virusinfektionen einen guten Startpunkt, um eine neue Welle der Erkrankungen auszulösen. "Die Immunisierung rettet Leben und es steht außer Frage, dass die Kosten einer Infektion unvergleichlich höher sind, als die Kosten der Prävention, fügte die Expertin hinzu. dapd

 

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