Wirtschaftsnachrichten - Aktuelle Nachrichten Wirtschaft – Kinobranche verbucht 2011 "leichtes Plus" bei Besuchern und Umsatz – Nadine Emmerich
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Digitalisierung Kinobranche verbucht 2011 "leichtes Plus" bei Besuchern und Umsatz

Nadine Emmerich

25.12.2011

Das gute Wetter war hilfreich für den Umsatz der Kinobranche. Foto: Rita Thielen/www.pixelio.de
Das gute Wetter war hilfreich für den Umsatz der Kinobranche.

Foto: Rita Thielen/Pixelio

Berlin – Nach dem dicken Besucherminus in 2010 haben die Kinos in diesem Jahr wieder steigende Zahlen verbucht. "Wenn wir auf die Zahlen bis Dezember schauen, gab es sowohl beim Umsatz als auch bei den Besuchern ein leichtes Plus", sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher, Johannes Klingsporn, im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. Die vorläufigen Schätzungen lägen bei rund 130 Millionen Besucher und etwa 930 Millionen Euro Umsatz. Der Marktanteil des deutschen Filmes wird auf 20 Prozent geschätzt.

2010 war die Zahl der Besucher im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent auf 126,6 Millionen gesunken. Der Umsatz ging um 5,7 Prozent auf 920,4 Millionen Euro zurück. Der deutsche Film erreichte mit 20,9 Millionen Besuchern und einem Marktanteil von 16,8 Prozent nur rund die Hälfte seiner Besucher aus dem Vorjahr. Das "extrem gute Wetter bis in den November hinein" habe der Kinobranche 2011 "wirkliche Rekordergebnisse vermasselt", sagte Klingsporn. "Wir hätten die Umsatzmilliarde schaffen können."

3D wird zunehmend auch für Arthouse-Filme genutzt

3D-Produktionen werden künftig auch im Arthouse-Kino eine immer größere Rolle spielen. 3D sei nicht mehr nur "das große Entertainmentkino von 'Avatar'", sagte Klingsporn. Die deutschen Regisseure Wim Wenders und Werner Herzog seien mit "Pina" und "Die Höhle der vergessenen Träume" bereits mit 3D-Dokumentarfilmen im Kino vertreten gewesen seien. Der Vorstandsvorsitzende des Branchenverbandes HDF Kino, Thomas Negele, sagte, 3D-Produktionen hätten sich auch an den Filmhochschulen etabliert. "3D ist eine Kunstform geworden und nicht mehr wegzudenken", sagte er.

Laut Klingsporn gibt es in Deutschland inzwischen rund 2.000 digitalisierte Leinwände, ungefähr ebenso viele fehlten noch. Durch das Förderprogramm von Bundesregierung und Filmwirtschaft gehe er davon aus, "dass die Digitalisierung Ende 2012 so gut wie flächendeckend abgeschlossen ist".

Komplett abgeschlossen wird die Digitalisierung nach Einschätzung von Kulturstaatsminister Bernd Neumann bis spätestens 2016 sein. "Zur Digitalisierung des Abspielens von Filmen in den Kinos gibt es mittelfristig keine Alternative", betonte der CDU-Politiker. Es würden früher oder später nur noch Filme angeboten, die mit dieser Technik gezeigt werden könnten. Die Regierung habe dafür rund 20 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt.

Nutzung sozialer Netzwerke auch für Kinos wichtig

Mit Blick auf die altersbedingten Schließungen von Kinos in kleineren Orten und auf dem Land sagte Negele: "Wir denken etwa über ein Start-Up-Paket für junge Leute nach, die geschlossene Kinos übernehmen." Klingsporn sagte, durch die Digitalisierung werde sich das Berufsfeld Kino in Zukunft jedoch komplett verändern und "zum komplexen elektronischen System" werden – und somit wieder interessante Jobs für junge und technikaffine Menschen bieten.

Die Kinos müssten ihr Publikum auch verstärkt über das Internet ansprechen, "nicht nur über die Homepage, sondern auch über Angebote in sozialen Netzwerken", sagte Klingsporn. Über Social Networks müssten Film-Communities aufgebaut werden. "Das Kino muss mit seinen Filmen und seinem Angebot auf allen Kanälen präsent sein, die die Kinogänger nutzen."

(dapd)

 

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