Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
26.07.2008
Hamburg – Nach dem angedrohten Veto des Bundeskartellamtes gegen das TV-Vermarktungsmodell der Bundesliga sieht der Medienmanager Dieter Hahn die Grundlage für das Geschäft zerstört. „Unter den Einschränkungen, die das Kartellamt mit seiner Lex Sportschau fordert, gibt es keinen Wettbewerb mehr. Dann sind wir auch nicht mehr in der Lage, 500 Millionen zu garantieren“, sagte der Vertraute des Fernsehrechtehändlers Leo Kirch dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ laut Vorabmeldung vom Samstag.
Allerdings habe das Kartellamt die Vermarktung nicht formell untersagt, sondern lediglich eine Empfehlung ausgesprochen. Ob man es darauf ankommen lasse, dass das Kartellamt einschreite, hänge von der Entscheidung der Deutschen Fußball Liga (DFL) ab, sagte Hahn.
Das Kartellamt hatte am Donnerstag nach zehnmonatiger Prüfung erklärt, dass die Zentralvermarktung der TV-Rechte nur zulässig sei, wenn die Verbraucher angemessen an den Vorteilen dieser Vermarktung beteiligt würden. Deswegen müssten die Höhepunkte der Bundesliga weiterhin samstags vor 20.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein. Die Wettbewerbsbehörde lehnte damit das geplante Vermarktungsmodell der DFL ab, das fünf Samstagsspiele erst ab 22.00 Uhr im Free TV vorgesehen hatte. Die DFL und der Ligaverband erwägen rechtliche Schritte.
Der Münchner Medienunternehmer Kirch hatte mit der Liga ein Bündel teurer Pakete geschnürt. Zusammen wollten sie die Spielberichte von 2009 bis 2015 produzieren und unter möglichst vielen Interessenten versteigern. Dafür garantierte Kirch den Fußballclubs 500 Millionen Euro pro Saison statt bisher 420 Millionen.
Nachverhandlungen mit der DFL über diese Summe schloss Hahn nach dieser „willkürlichen Entscheidung“ praktisch aus. „Das ist für die DFL so wenig interessant wie für uns“, sagte er. In dem bisherigen Modell hätten man eine Garantie abgeben können. „Alles andere aber ist kein Geschäft mehr, sondern ein Vabanquespiel, bei dem man viel Geld verlieren kann“. Hahn ist Geschäftsführer der Sirius SportMedia, die eine Tochterfirma des Unternehmens KF 15 von Kirch ist. Er hat bereits viele Jahre mit Kirch zusammengearbeitet. (AP)
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