Bern – Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) bezieht Stellung in der Frage der Sterbehilfe. Er fordert, dass die Palliative Medizin ausgebaut wird, um das Leiden unheilbar Kranker zu lindern. Damit lasse oft auch der Suizidwunsch nach. Suizid als Ausweg aus Krankheit sei aber nicht moralisch zu verurteilen.
An einer Pressekonferenz am Donnerstag in Bern präsentierte der SEK eine Broschüre, die als Leitfaden aus evangelischer Sicht zur Begleitung Sterbender, zur Suizidhilfe und zum Umgang mit Leiden dienen soll. Für den Kirchenbund ist es dabei zentral, dass sterbende und sterbewillige Menschen in unser alltägliches Leben integriert werden, wie er in einer Mitteilung schreibt. Ihre Bedürfnisse und Wünsche müssten auf offene Ohren stossen.
Um Leiden zu lindern, fordert der SEK einen Ausbau der Palliative Care, welche unheilbar und chronisch Kranke behandelt und betreut und sich zu ihrem Wohl einsetzt. Die Praxis zeige, dass der Wunsch nach Suizid nachlasse, wenn ein Patient palliativ betreut werde. Eine menschlich und medizinisch sorgfältige Begleitung könne vielen Menschen die Angst vor dem Sterben nehmen, schreibt der SEK weiter. Wenn ein unheilbar Kranker aber keinen anderen Ausweg als Suizid mehr sehe, sei dies nicht moralisch zu verurteilen.
Der SEK gibt weiter zu bedenken, dass es nicht möglich sei, allgemein gültige Regeln aufzustellen, die allen Situationen von Schmerz, Leiden und Verzweiflung gerecht würden. In jeder Situation müssten aus der Sicht des SEK zentrale Aspekte wie der Schutz des von Gott gewollten Lebens, die Fürsorge für den Nächsten und das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen bedacht und abgewogen werden. Der SEK fordert aber eine klare rechtliche Regelung der organisierten Suizidbeihilfe. Diese soll einen würdevollen und gesellschaftlich verantwortungsvollen Umgang mit Sterbewilligen gewährleisten. (AP)
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