Kultur – Kleine Lena in zu großer Halle – Fabian Wahl
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Lenas Tourstart Kleine Lena in zu großer Halle

Fabian Wahl

14.04.2011

Lena Meyer-Landrut am Mittwoch in Berlin in der O2-World. Foto: Patrick Sinkel/dapd
Lena Meyer-Landrut am Mittwoch in Berlin in der O2-World.

Foto: Patrick Sinkel/dapd

Lena startete am Mittwoch in Berlin ihre "Lena Live Tour 2011".
Lena startete am Mittwoch in Berlin ihre "Lena Live Tour 2011".

Foto: Patrick Sinkel/dapd

Berlin – Kreischende Fans, lässiges Outfit und kecke Sprüche: Lena Meyer-Landrut ist am Mittwoch in Berlin in ihre erste Deutschlandtournee gestartet. Einen Monat vor ihrer Grand-Prix-Titelverteidigung läutete die 19-Jährige in der O2-World die heiße Phase ein. In dunkler Jeans, Turnschuhen und amerikanischer Sportjacke kam sie auf die Bühne und präsentierte Hits aus ihren beiden Alben "My Cassette Recorder" und "Good News". Auf den Rängen blieben allerdings reihenweise Sitze leer. Die 12.000 Zuschauer fassende Halle war nicht ausverkauft.

Lena steht mittlerweile eine Stunde auf der Bühne, als sie zu "Taken by a stranger" ansetzt. Nebel hüllt die Bühne ein, es ist dunkel und der Bass bollert. Ihr sportliches Dress hat sie kurzzeitig gegen Absatzschuhe und eine schwarze Stoffhose getauscht. In gewohnter Manier singt sie ihren neuen Grand-Prix-Song herunter, wackelt dazu mit den Hüften und fährt sich unzählige Male durch das schwarze Haar. Das Publikumsurteil ist eindeutig: Teenies und Kinder kreischen, Eltern geben tosenden Applaus. Lena lässt die Reaktion für sich sprechen und grinst.

Musik statt große Show

Die 100-Minuten-Show kommt ohne große Überraschungen aus. Die Performance trägt eindeutig die Handschrift ihres Ziehvaters Stefan Raab. Denn die Lichteffekte orientieren sich an Lenas Auftritten bei der Castingshow "Unser Song für Deutschland", in der Lenas Titelverteidiger-Song ausgewählt wurde. Die Tänzerinnen und die Band bleiben meist im Hintergrund. Nichts und niemand soll von der großen Grand-Prix-Hoffnung ablenken.

Zur Ballade "Mr. Curiosity" schließt sie ihre Augen und klammert sich ans Mikrophon. Bei "Love me" ziehen rosa Herzen über die Leinwand, zu "You can't stop me" tippelt sie von links nach rechts über die Bühne oder stellt sich wiederholt auf ihre Zehenspitzen. Tanzen hat sie für ihre Neun-Städte-Tour nicht extra gelernt. Das wäre auch unnatürlich. Lena soll ihren Charme und ihre Unbefangenheit behalten, solange es geht. Das wird zum Tourauftakt erneut deutlich.

Lena scherzt und lacht

Ins Bild passen ihre Sprüche. "Jetzt richtig, richtig Party – mitdancen", ruft sie ins Publikum. Nach langem Applaus bedankt sie sich: "Ach, was das schön hier." Und als ihre Fans nach Konzertende nicht gehen wollen, kontert sie: "Was wollt ihr denn? Denkt ihr, es gibt noch 'ne Zugabe oder was?"

Doch die leeren Sitzreihen werfen eine Frage auf: Hat sich Lenas Management verpokert? Schon in den vergangenen Wochen machten Medienberichte über einen schleppenden Kartenverkauf die Runde. Lenas Werbepartner hatte 10.000 Freikarten verlost. In den größten Hallen Deutschlands will sie in den kommenden zwei Wochen noch auftreten, darunter in Hamburg, München, Köln und in ihrer Heimatstadt Hannover.

Zum letzten Lied in Berlin setzt sich Lena auf den Boden. Zwischenzeitlich ist Konfetti von oben auf die Bühne gerieselt. Das Bild erinnert an das Finale von "Unser Star für Oslo". Damals hatte sie den deutschen Vorentscheid gewonnen und durfte für Deutschland zum Grand Prix nach Oslo reisen. (dapd)

 

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