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Klimaforscher schlagen Alarm

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04.01.2007

So reizvoll die Mandelblüten vor der Schneekulisse erscheinen, gehören sie doch nicht zu einem normalen Winter. (Foto: Pixelquelle.de)
So reizvoll die Mandelblüten vor der Schneekulisse erscheinen, gehören sie doch nicht zu einem normalen Winter. (

Foto: Pixelquelle.de)

Potsdam – Zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hat der Chefberater der Bundesregierung für Klimaschutz, Hans Joachim Schellnhuber, die EU-Länder zur Senkung ihres CO2-Ausstoßes um 30 Prozent bis 2020 aufgerufen. Um der Klimakatastrophe entgegen zu wirken, sei dies ein absolut notwendiger Einstieg, sagte der Direktor des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) in einem Interview der Nachrichtenagentur Associated Press. Die Klimaveränderungen haben bereits Folgen: Der Versicherungsmeteorologe Peter Höppe warnte vor schweren Stürmen im Januar und Februar.

Höppe, Leiter des Fachbereichs Georisikoforschung der Münchener Rück, nannte als Grund den extrem warmen Herbst und außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen im Nordatlantik. Dass der Herbst 2006 der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, ist laut Höppe ein weiterer Mosaikstein im Gesamtbild des Klimawandels. Künftig müsse man sich auf milde und schneelose Winter sowie auf heißere Sommer einstellen: „Hitzesommer mit mehr als 35 Grad werden bis 2050 wohl alle zwei bis drei Jahre auftreten.“

Schellnhuber forderte eine G-8-Initiative für die Zeit nach Ablauf des Kyoto-Protokolls. Deutschland könne auf dem G-8-Gipfel im Juni in Heiligendamm vorschlagen, dass jedes der Länder einen eigenen Fahrplan zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes vorlege. Darin könne jede Regierung festschreiben, wie ihr Land langsam aber sicher aus der fossilen Wirtschaft aussteigen soll.

Amazonas droht bei globalem Temperaturanstieg Zerfall

Der Klimaexperte ließ keinen Zweifel daran, dass für eine Milderung des Klimawandels bis Mitte dieses Jahrhunderts der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen halbiert werden müsse. Nur dann könnten die globale Erwärmung auf zwei Grad gegenüber vorindustrieller Zeit begrenzt und unumkehrbare dramatische Umweltfolgen vermieden werden, sagte er. Aber selbst unter dieser Grenze könne es zu so genannten Rückkopplungseffekten kommen, die den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt noch verstärken würden. Als Beispiel nannte er den Zerfall großer Waldsysteme wie am Amazonas. Dann würden zusätzlich große Mengen CO2 freigesetzt. (ap)

 

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