Klima – Klimaschutzprogramm soll Motor für Wachstum und Beschäftigung werden – DAPD
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Aktuelle Studie Klimaschutzprogramm soll Motor für Wachstum und Beschäftigung werden

DAPD

09.06.2008

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums auf einen drastischen Anstieg der Gaspreise einstellen.  (AP Photo/Roberto Pfeil)
Die Verbraucher in Deutschland müssen sich nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums auf einen drastischen Anstieg der Gaspreise einstellen. (AP Photo/Roberto Pfeil)

Berlin – Das milliardenschwere Klimaschutzprogramm der Bundesregierung kann 500.000 zusätzliche Arbeitsplätze bis 2020 schaffen. Nach den Zwischenergebnissen einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums können es bis 2030 sogar 800.000 zusätzliche Stellen sein. Minister Sigmar Gabriel erklärte: „Die Ergebnisse zeigen: Klimaschutz ist ein Konjunkturprogramm. Wer Wachstum und Beschäftigung will, muss auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzen.“

In Deutschland arbeiten nach Gabriels Angaben inzwischen fast 1,8 Millionen Menschen im Umweltschutz. Der Studie zufolge wird das Klimaprogramm den Ausstoß an Klimagasen bis 2020 um rund 35 Prozent unter den Wert von 1990 drücken. Das deutsche Ziel einer Minderung um 40 Prozent könne mit „weiteren kosteneffizienten Maßnahmen“ erreicht werden, etwa Energiesparen.

Erwartet werden von dem Programm zusätzliche Investitionen von 30 Milliarden Euro pro Jahr. Die Energiekosten sollen bis 2020 um rund 20 Milliarden Euro jährlich gesenkt werden. Beide Effekte zusammen sollen zu mehr Wachstum und Beschäftigung führen.

Die Studie „Investitionen für ein klimafreundliches Deutschland“ wird von einem Gutachter-Team unter Federführung von Carlo Jaeger vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und von Eberhard Jochem vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe erarbeitet. Jochem sagte, er habe ein Portfolio an Möglichkeiten aufgezeigt. Das Problem sei aber die Akzeptanz durch die Wirtschaft und die Politik.

Umgehungsdiskussionen und Festhaltepolitik kritisiert

In jeden Unternehmen könnte man heute 20 Prozent effizienter arbeiten, sagte Jochem. Aber es werde nicht gemacht, weil qualifiziertes Personal oder schlicht die Zeit dafür fehle. Die sogenannten Transaktionskosten, die bei Änderungen anfielen, seien zu hoch. Deshalb müsse speziell auch für den Bereich Energieeffizienz geklärt werden, wie man sie senken könne.

Torsten Jeworrek von der Münchener Rück sagte, noch immer stünden viele Unternehmen auf dem Standpunkt, für sie sei der Klimawandel nicht bewiesen. Deshalb machten sie bei Klimaschutzmaßnahmen auch nicht mit. Es gebe zu viele „Umgehungsdiskussionen“ und „Festhaltepolitik“. Inzwischen sehe er aber Zeichen, dass das Thema Energieeffizienz auf die Agenda komme, sagte Jeworrek.

Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, sagte, zu den Zukunftsinvestitionen im Bereich Klimaschutz gehörten keine Atomkraftwerke. Für eine Verminderung des Ausstoßes an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) um 40 Prozent bis 2020 gebe es heute schon die Technologien. Für die eigentlich erforderlichen höheren Minderungsziele fehlten sie noch. Deshalb seien auch Investitionen in Forschung und Entwicklung erforderlich.

http://www.bmu.de/ (AP)

 

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