Aktuelle Nachrichten – Deutschland
18.12.2011
Foto: Tobias Schwarz/Pool/dapd
Berlin – Am Ende wurde es doch noch sehr gefühlvoll. Gerade hatte Charlène von Monaco bei der Liveübertragung der Spendengala "Ein Herz für Kinder" einen Ehrenpreis für das Engagement erhalten, mit dem sie schon lange vor ihrer Heirat mit Albert II. hilfsbedürftige Kinder unterstützte. Dann trat der US-amerikanische Sänger Michael Bolton als letzter Showact in der ZDF-Sendung am Samstag auf. Er sang den Leonard-Cohen-Song "Hallelujah" so gefühlvoll, dass Tränen der Rührung über die Wangen der monegassischen Fürstin liefen.
Schließlich war es den Abend lang immer wieder um Menschen gegangen, die nicht "in unserer westlichen und wohlhabenden Welt" leben, wie es die Schauspielerin Senta Berger ausdrückte. Dass man helfen kann, zeigten positive Beispiele von Projekten, die von den Spendengeldern der Organisation "Bild hilft e.V. – Ein Herz für Kinder" profitierten. Selbst nach Berlin gekommen war die siebenjährige Estere aus Riga, die nur überleben konnte, weil "Ein Herz für Kinder" die Behandlung ihres Tumors in Deutschland übernahm. Jetzt will sie Tänzerin werden – oder vielleicht doch Mathematiklehrerin.
Um aufs Neue möglichst viele Spenden einzuwerben, waren zahlreiche Prominente in die Gala gekommen. Vor allem Fernseh-Schauspieler, aber auch Sportler wie Witali Klitschko wechselten sich an den Telefonen ab und nahmen die Spendenzusagen der Zuschauer entgegen. Fast 14 Millionen Euro lautete die Summer am Ende. Geehrt wurde neben der Fürstin von Monaco auch die Benediktinerschwester Raphaela Händler. Sie baute das Hilfswerk "Catholic Aids Action" auf, das Waisen in Namibia unterstützt. Für sie hielt Oscar-Preisträgerin Helen Mirren die Laudatio.
"Wem selber Schmerzen erspart blieben, der muss sich aufgerufen fühlen, die Schmerzen der anderen zu lindern", zitierte Maria Furtwängler einen Satz von Albert Schweitzer. Die Schauspielerin und Ärztin war als Kuratoriumspräsidentin der Organisation "Ärzte für die Dritte Welt" zuletzt in einem Slum in Bangladesch. Laut neuesten Studien könnten Kinder, die bis zum Alter von zwei Jahren nicht richtig ernährt werden, ihr eigentliches Potenzial nie mehr entfalten, berichtete Furtwängler.
Unter dem Applaus des Publikums machte sie darauf aufmerksam, dass das Elend in Bangladesh "auch etwas mit uns und unserem Konsum zu tun hat". Die Näherinnen dort bekämen 14 Cent pro Jeans, die in Deutschland dann weniger als ein Milchkaffee koste. "Was unterstützen wir, wenn wir solche Produkte kaufen?", fragte Furtwängler.
Trotz des ernsten Themas war die Gala aber auch eine Unterhaltungsshow. Udo Lindenberg sang "Wozu sind Kriege da?" und Tina Turner zeigte eine bisher unbekannte spirituelle Seite mit einem Lied, das Gebete aus sechs Religionen enthielt. Frech wie immer führte Thomas Gottschalk bei seinem letzten Auftritt als Moderator im ZDF durch die Sendung. Zuletzt tauschte er mit dem Vorstandsvorsitzenden des Springer-Konzerns, Mathias Döpfner, das Jackett und verabschiedete sich "im original Vorstandskittel" von seinen Zuschauern. (dapd)
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