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Sieg in zweiter Runde Knapper Sieg für Islamisten Mursi bei Präsidentenwahl in Ägypten

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24.06.2012

Ein Wahlsieg für die Islamisten in Ägypten. Foto: Fredrik Persson/AP/dapd
Ein Wahlsieg für die Islamisten in Ägypten.

Foto: Fredrik Persson/AP/dapd

Kairo – Der Islamist Mohammed Mursi übernimmt als erster frei gewählter Präsident die Macht in Ägypten. Der Kandidat der Muslimbruderschaft setzte sich in der Stichwahl mit 51,7 zu 48,3 Prozent knapp gegen den früheren Ministerpräsidenten Ahmed Schafik durch, wie die Wahlkommission am Sonntag erklärte. Unter den Anhängern Mursis, die sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo versammelt hatten, brandete Jubel auf, als das Ergebnis im Fernsehen verkündet wurde.

Ägypten wird mit der Wahl Mursis nicht nur zum ersten Mal von einem Islamisten, sondern auch erstmals von einem frei gewählten Zivilisten geführt. Die letzten vier Präsidenten aus den vergangenen sechs Jahrzehnten kamen alle aus den Reihen der Streitkräfte.

"Die Revolution hat einen wichtigen Test bestanden", sagte Mursis Wahlkampfsprecher Jasser Ali. "Aber der Weg ist noch weit." Mursis Sprecher erklärte, Worte könnten die Freude in diesem "historischen Moment" nicht beschreiben. "Wir haben diesen Moment erreicht wegen des Blutes der Märtyrer der Revolution", sagte Ahmed Abdel-Attie. "Ägypten wird eine neue Phase seiner Geschichte beginnen."

Sicherheitsvorkehrungen verschärft

Vor der Bekanntgabe des neuen Präsidenten hatten die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen in Kairo verschärft. Innenminister Mohammed Ibrahim ordnete an, dass die Polizei mit Entschlossenheit gegen jede Rechtsverletzung vorzugehen habe, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Vor Regierungsgebäuden wurde die Polizeipräsenz verstärkt. Auf dem Tahrir-Platz kamen Tausende Menschen zusammen, um auf das Wahlergebnis zu warten, das schließlich gegen 16.30 Uhr - und damit eineinhalb Stunden später als angekündigt – bekannt gegeben wurde .

Laut einem Bericht der unabhängigen Nachrichtenwebsite "Al Jum Al Sabaa" vom Samstag wurde die Präsenz von Sicherheitskräften in der Nähe des Hauptquartiers der Wahlkommission am Wochenende verstärkt. Die Behörden hätten Truppen und Sprengstoffexperten entsandt, hieß es. Zuvor hatte der Militärrat Islamisten vorgeworfen, Spannungen angefacht zu haben.

Beide Kandidaten erklärten sich schon zum Sieger

Nach der Stichwahl am vergangenen Wochenende hatten beide Kandidaten den Sieg für sich beansprucht. Weil ein Richtergremium zahlreiche Beschwerden wegen Wahlbetrugs prüfen musste, war die zuvor für Donnerstag geplante Veröffentlichung des Wahlergebnisses verschoben worden.

Am sechsten Tag in Folge versammelten sich am Samstag auf dem Tahrir-Platz Tausende Anhänger Mursis. Sie reklamierten den Wahlsieg für ihn und riefen den regierenden Militärrat dazu auf, jüngste Entscheidungen wie die Auflösung des Parlaments wieder rückgängig zu machen. Im nördlich gelegenen Nasr City kamen Tausende Sympathisanten Schafiks und der Generäle zusammen. Sie schwenkten Fahnen sowie Transparente mit dem Konterfei Schafiks und skandierten Parolen, die sich gegen den Führer der Muslimbruderschaft richteten. Gerüchte über auf beiden Seiten laufende Vorbereitungen von Gewaltakten verstärkten die angespannte Atmosphäre.

Viele Ägypter haben sich hinter Mursi gestellt, weil sie in ihm den Mann sehen, der das Land endgültig vom alten System des gestürzten Machthabers Husni Mubarak befreien könne. Mohammed Mursi muss nun allerdings Befürchtungen entgegentreten, er wolle Ägypten zu einem islamistischen Staat machen, und beweisen, dass er über die Öffentlichkeit über die Bruderschaft hinaus vertritt. (dapd)

 

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