Wiesbaden – Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat die chinesische Regierung aufgefordert, die Ausweisung von Reportern aus Tibet zu stoppen. „Es müssen Diplomaten und Journalisten unverzüglich Zugang zur tibetischen Region haben“, sagte der CDU-Politiker am Montag in Wiesbaden: „Die Bilder über das, was in Lhasa geschieht, gehören in die Welt.“
Es sei nicht akzeptabel, dass die gesamte Welt von den Geschehnissen in Tibet ausgeschlossen werde, mahnte Koch. Die Repressionen der chinesischen Sicherheitskräfte dürften nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit vonstatten gehen. Die Tätigkeit von westlichen Reportern in Tibet könne für das Leben vieler Tibeter existenziell sein.
Koch sagte, Deutschland dürfe einen Boykott der olympischen Spiele nicht ausschließen: „Ein sorgfältiger Umgang mit der Volksrepublik China erfordert, dass niemand sagt, so etwas sei immer und für alle Zeit ausgeschlossen.“ Zugleich müsse sich jeder aber klar darüber sein, dass ein solcher Boykott nur das allerletzte Mittel sei, das in der internationalen Gemeinschaft gebraucht werden könne.
Ein Olympia-Boykott werde im Verhältnis zur Volksrepublik China zu vielen Verhärtungen führen, die niemandem helfen, betonte der CDU-Politiker, der seit vielen Jaren mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter, dem Dalai Lama, befreundet ist: „Die chinesische Regierung hat es in der Hand, solche Diskussionen unnötig zu machen.“ (AP)
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