Aktuelle Nachrichten – China - Politik
12.04.2008
München – Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) wegen dessen Haltung zur Tibet-Frage kritisiert. Das IOC, aber auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), hätten „viel zu lange geschwiegen“, sagte der CDU-Politiker laut dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Dies habe China als „Freibrief verstanden, jede kritische Äußerung zu unterdrücken“.
Weil China mit den Spielen „einen propagandistischen Erfolg“ erzielen wolle, sei es möglich, „jetzt etwas für Tibet zu erreichen“. Es gebe in China Kräfte, die auf eine friedliche Lösung drängten, sagte der Ministerpräsident. „Vor allem die chinesische Militärführung sieht, dass besonders die junge Generation in Tibet den Weg der Gewaltlosigkeit nicht mehr lange gehen will“, wird Koch zitiert.
Koch, der mit dem Dalai Lama befreundet ist, kritisierte auch die Fernsehsender, die sich danach drängten, den Weg des olympischen Feuers bis zum Mount Everest und nach Lhasa zu verfolgen. „Für die Tibeter ist die Inanspruchnahme dieser heiligen Orte für die Politik und das Prestige Pekings eine Provokation“, sagte Koch laut dem Magazin. (AP)
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