München - Bundespräsident Horst Köhler hat eindringlich an die EU-Staaten appelliert, mehr Geld für Bildung und Forschung auszugeben. «Den wohltönenden Appellen müssen Taten und messbare Ergebnisse folgen», sagte Köhler am Samstag in München laut Redetext. Dort eröffnete das Staatsoberhaupt das zweite EuroScience Open Forum (ESOF) und den Wissenschaftssommer 2006.
Noch sei die Europäische Union deutlich von den Zielen der Lissabon-Strategie entfernt, drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung auszugeben, monierte Köhler. Doch warte die Welt nicht darauf, «dass Europa die Weichen Richtung Wissensgesellschaft konsequent stellt».
Wachstumsregionen etwa in Asien räumten der Forschung und Entwicklung auch finanziell oberste Priorität ein, gab er zu bedenken. Im globalen Wettbewerb werde Europa aber nur bestehen, wenn es überzeugendere Ideen habe und sie schneller in Produkte und Dienstleistungen umsetze. «Deshalb ist es so wichtig, in die Köpfe der Menschen zu investieren, statt überalterte Strukturen zu subventionieren.»
An die EU appellierte er, den Wissenschaftlern einen möglichst unbürokratischen Zugang zu Fördergeldern zu gewähren. Einen Förderantrag zu stellen, dürfe keine Wissenschaft für sich sein, meinte Köhler.
(AP)
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