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Kölner Oberbürgermeister Schramma unter Untreue-Verdacht

DAPD

25.06.2007

Köln – Wegen einer angeblichen Luxusreise nach St. Petersburg steht der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma unter dem Verdacht der Untreue. Schramma soll den Ausflug zusammen mit neun Mitreisenden im Juli 2002 auf Kosten der KölnMusik GmbH unternommen haben. „Es besteht der Anfangsverdacht, dass Gelder einer kommunalen Gesellschaft hier sinnlos vergeudet wurden“, sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld am Montag.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte berichtet, dass die zehnköpfige Delegation innerhalb von nur vier Tagen Kosten in Höhe von 75.000 Euro verursacht habe. Schramma hatte die Vorwürfe bereits am Sonntag zurückgewiesen. „Ich verwehre mich nachdrücklich gegen den vorsätzlich in der Öffentlichkeit erzeugten Eindruck einer missbräuchlichen Teilnahme an einem Luxustrip“, hieß es in einer Stellungnahme.

Feld bestätigte auch einen Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“, wonach sich die Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue nicht nur auf Schramma beschränkten. Insgesamt werde die Beteiligung von mehr als 100 Personen an etlichen Aufsichtsratsreisen auf Kosten städteeigener Gesellschaften seit 2002 geprüft. Darunter befänden sich auch zahlreiche hochrangige Politiker im Rathaus.

Betroffene Unternehmen sind Feld zufolge etwa die Kölner Verkehrsbetriebe, die Hafengesellschaft oder auch die örtlichen Gas- und Elektrizitätswerke (GEW). Nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ haben 31 Aufsichtsratsmitglieder und Spitzenmanager der städtischen GEW 2003 eine Dienstreise für 140.000 Euro in die Toskana unternommen. Die Reisegruppe aus Köln habe in Florenz nicht nur Luxuszimmer im Wert von 521 Euro pro Nacht gebucht, sondern die Besichtigung eines 100 Kilometer entfernten Erdwärmekraftwerks per Hubschrauber statt per Bus organisiert. Dafür seien 24.000 Euro fällig geworden, hieß es in dem Zeitungsbericht.

„Wir müssen nun den Sinn dieser ganzen Reisen prüfen, der bislang noch nicht so recht zu erkennen ist“, erklärte Oberstaatsanwalt Feld. Die Dauer der Ermittlungen sei noch ungewiss, da seit Beginn der Ermittlungen im November 2006 reihenweise Material angesammelt worden sei. (AP)

 

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