Nachrichten Deutschland – Kolonialzeit: "Eine lange gemeinsame Geschichte" mit Afrika – André Spangenberg /AP
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Afrika-Konzept der Bundesregierung Kolonialzeit: "Eine lange gemeinsame Geschichte" mit Afrika

André Spangenberg /AP

15.06.2011

Berlin – "Deutschland und Afrika verbindet eine lange gemeinsame Geschichte." So lautet ein Satz im neuen Afrika-Konzept der Bundesregierung, mit dem die deutsche Kolonialzeit kurz angerissen wird. Denn nur 35 Jahre dauerte die Kolonialgeschichte des Kaiserreiches, die 1884 begann, als Reichskanzler Otto von Bismarck die von einem Bremer Kaufmann erworbenen Besitzungen an der Bucht von Angara Pequena als Deutsch-Südwestafrika unter den Schutz des Deutschen Reichs stellte.

Schon vor Gründung des Deutschen Kaiserreichs besaß Brandenburg afrikanischen Kolonien. Vor mehr als 325 Jahren ließ Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg (1620 – 1688) eine Sklavenburg an der Küste des heutigen Ghana errichteten. Noch heute zeugt diese steinerne Burg in Princess Town von märkischer Historie in Afrika.

Später folgten "deutsche Interessen" in Namibia, Tansania, Ruanda, Burundi, Kamerun und Togo. Den Beginn markierte 1884 die Lüderitzbucht im heutigen Namibia, wo erstmals die Flagge des deutschen Kaiserreichs gehisst wurde. Dann kam die Übernahme hanseatischer Faktoreien im heutigen Togo und eine "Schutzherrschaft" über Kamerun. Andere Gebiete in Afrika folgten.

Nur kurz in deutschem Besitz befand sich das Sultanat Witu an der Küste des heutigen Kenias in den Jahren 1885 bis 1890. Das Deutsche Reich verzichtete im Helgoland-Sansibar-Vertrag auf Deutsch-Witu zugunsten Großbritanniens und sicherte sich damit die strategisch wichtige Insel Helgoland, die 1807 von den Briten besetzt worden war.

Trauriger Höhepunkt der deutschen Kolonialzeit war die blutige Niederschlagung des Herero-Aufstands von 1904 in Deutsch-Südwest, bei dem rund 65.000 Afrikaner ihr Leben verloren. "Wir Deutschen akzeptieren unsere historische und moralische Verantwortung und die Schuld, die Deutsche damals auf sich geladen haben", sagte 2004 die damalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul in Waterberg. Dort war es zur Entscheidungsschlacht zwischen den kaiserlichen Besatzungstruppen unter General Lothar von Trotha und den Volksgruppen Herero und Nama gekommen.

Die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg besiegelte schließlich das Ende der deutschen Kolonialzeit.

Heute unterhält Deutschland mit allen Staaten Afrikas diplomatische Beziehungen und ist mit Botschaften in fast allen Hauptstädten des Kontinents vertreten. So wird in dem Konzept stolz betont: "Deutsche Erfahrungen mit Föderalismus, politischen Koalitionen, Nachbarschaftspolitik und Konfliktprävention während des Kalten Krieges sowie aus dem Umgang mit der deutschen Wiedervereinigung werden als hilfreich geschätzt."

(dapd)

 

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