Leipzig – Beim Hören von Sprache verarbeitet die linke Hirnhälfte die Grammatik und die rechte die Sprachmelodie. Für die Kommunikation zwischen beiden Hälften sorgen Bündel von Nervenfasern, das so genannte Corpus Callosum. Max-Planck-Forscher entdeckten nun, dass die Faserbündel, die bei der Sprachverarbeitung zwischen den Hirnhälften vermitteln, im hinteren Bereich des Corpus Callosum liegen. Erst aus dem Zusammenspiel von Grammatik und Sprachmelodie erkennt das Gehirn, welchen Sinn ein Satz ergibt.
Die Vermittlung zwischen den Hirnhälften übernimmt das hintere Drittel des Corpus Callosum, wie Wissenschaftler am Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig nun entdeckten. Dabei verbinden einzelne Faserbündel jeweils genau definierte Bereiche der Hirnhälften. Im vorderen Teil der Brücke liegen diejenigen Bündel, die die frontalen Regionen der Hirnhälften miteinander verknüpfen, die Fasern im hinteren Teil der Brücke verbinden die weiter hinten liegenden Regionen der Hirnhälften.
Die Forscher gewannen ihre Erkenntnisse laut MPI an Patienten, bei denen verschiedene Teile dieser Brücke verletzt waren. Dabei beobachteten sie, ob und wie Schädigungen unterschiedlicher Bereiche die Sprachverarbeitung beeinflussen. Die Hirnhälften konnten sich nur bei denjenigen Patienten ungenügend austauschen, bei denen das hintere Drittel des Corpus Callosum geschädigt war.
(AP)
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