Umwelt – Kompromissbereitschaft im Streit um Walfang angemahnt – DAPD
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Neuer IWC-Präsident Kompromissbereitschaft im Streit um Walfang angemahnt

DAPD

26.06.2009

(AP Photo/Armando Franca)
(AP Photo/Armando Franca)

Funchal/Portugal – Der neue Präsident der Internationalen Walfangkommission (IWC) hat in dem seit über 20 Jahren andauernden Streit zwischen Gegnern und Befürwortern des Walfangs von beiden Seiten Kompromissbereitschaft gefordert. Um zu einer Einigung zu gelangen, müssten beide Seiten bereit sein, harte Entscheidungen hinzunehmen, sagte Cristian Maquieira am Freitag zum Abschluss der einwöchigen Jahrestagung der IWC auf der portugiesischen Insel Madeira.

Der chilenische Diplomat war am Donnerstag als Nachfolger des Amerikaners William Hogarth zum neuen Präsidenten der Organisation gewählt worden. Dieser hat zum Ende seiner Amtszeit die Befürchtung geäußert, der Stillstand bei den Verhandlungen über die Zukunft des Walfangs bedrohe die Glaubwürdigkeit der IWC.

Die Mitgliedstaaten konnten auch in diesem Jahr ihren langwierigen Streit nicht beilegen. Die Delegierten aus mehr als 80 Staaten haben sich lediglich darauf verständigt, die Verhandlungen um ein weiteres Jahr zu verlängern. Maquieira äußerte in einem Interview am Freitag Zweifel, ob es bis zur nächsten Konferenz in Marokko tatsächlich zu einer Einigung kommen werde.

Die IWC-Jahrestagung hatte am Montag auf der portugiesischen Insel Madeira begonnen. Den Delegierten lag ein Kompromissvorschlag vor, der die Zahl jährlich getöteter Wale reduzieren sollte. Japan, Island und Norwegen halten am Walfang fest, die Europäische Union, die USA und Australien hingegen wollen das Töten der Tiere zu Forschungs- oder kommerziellen Zwecken stark einschränken.

Seit 1986 gilt ein weltweites Moratorium der IWC für den kommerziellen Walfang. Fischer aus Japan, Island und Norwegen töten zusammen jährlich jedoch etwa 2.000 Wale. Japan begründet sein Walfangprogramm als Notwendigkeit der Forschung, was Kritiker jedoch als billige Ausrede zurückweisen. Island und Norwegen haben sich dem Moratorium von Anfang an widersetzt, den Vertrag nicht unterzeichnet und fühlen sich daher nicht an Auflagen gebunden. (AP)

 

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